ZZ Top
Eagle Rock
VÖ: 2014
Dass Billy Gibbons und Dusty Hill auf der Konzertbühne keine Sporttänzer waren, ist bereits seit den frühen Siebzigern bekannt. Und doch stach zuletzt die Diskrepanz zunehmend ins Auge, die sich zwischen der Musik, ihrer Darbietung und der Größe der von ZZ Top bespielten Bühnen auftat. So auch 2013 in Montreux.
Brian Johnson
Heyne
VÖ: 2022
Zwar finden sich in Die Leben des Brian auch Passagen, in denen der 1947 in Dunston, Newcastle geborene Johnson etwa die dramatischen Ereignisse der Zeit um Rock Or Bust (2014) reflektiert — der Schlüssel zur sehr empfehlenswerten Autobiografie von Brian Johnson ist aber die Bereitschaft, kein explizites Buch über AC/DC lesen zu wollen.
Pristine
Pristine Music
VÖ: 2023
Im Bereich des jungen Retro-Rock nehmen Pristine schon immer eine Sonderstellung ein. Bei aller Liebe für Hardrock-Urviecher hat die Band um Vordenkerin Heidi Solheim ihren Sound immer mit neuen Komponenten angereichert und dadurch frisch gehalten.
Jürgen Seibold
Neues Leben
VÖ: 2022
Anlässlich des 60. Geburtstags von Jon Bon Jovi zeichnet Jürgen Seibold in "It’s My Life" den Lebensweg des Enkels sizilianischer Einwanderer vom hart arbeitenden Posterboy der Achtziger-Rockszene zum sozial engagierten Weltstar heutiger Tage nach. Anders aber, als es der Titel vermuten lässt, war die Hauptperson an der Entstehung dieser Biografie nicht beteiligt.
Eric Clapton
Warner
VÖ: 2022
In diesem Dokumentarfilm von Martin Scorsese erzählt Eric Clapton ausgiebig über seine innige Liebe zum Blues — aufgelockert durch filmisches Archivmaterial, Interviews, Fotos und Konzertmitschnitten vom 8. und 9. November 1994 im Fillmore West in San Francisco.
Philipp Fankhauser
Funk House Blues Productions
VÖ: 2022
Johnny „Clyde“ Copeland war einer der Giganten des Texas Blues. Damit gelang es ihm 1983 in Montreux den damals 19 Jahre alten Blues-Fan und Nachwuchsmusiker Philipp Fankhauser so sehr in Bann zu schlagen, dass dieser seine Blues-Karriere unter den Einfluss Copelands stellte.
Inglorious
Frontiers
VÖ: 2022
Schon die ersten Sekunden von MMXXI Live At The Phoenix entfachen wohlige Erinnerungen: ein kleiner Club, bis auf den letzten Platz gefüllt, fünf Typen spielen gut abgehangenen Hardrock. Ja, so war das vor dem Frühling 2020. Doch dieser Mitschnitt entstand im September 2021 im südwestenglischen Exeter.
Radio Moscow
MIG
VÖ: 2020
Lange Haare, Mittelscheitel (vermutlich fettig), den Blick meistens auf den Boden gerichtet — und dann geht es ab. Manche Künstler lassen ihre Musik erahnen, wenn man nur die bewegten Bilder sieht, ohne einen Ton zu hören: Bei Radio Moscow bestätigt sich das Klischee aufs Allerfeinste.
Jamie Crawford
Netflix
VÖ: 2022
Der Name Woodstock steht für vieles: Höhepunkt der Hippie-Kultur, Liebe, Frieden und Harmonie sowie epochale Konzerte. Für gute Organisation waren die Festivals indes nie bekannt. Ihren diesbezüglichen Tiefpunkt erreichte die bis dato letzte Ausgabe im Jahr 1999.
Alice Cooper
EAR Music
VÖ: 2022
Bis zu ihrer Tour 2017 gab es nach dem Ende der originalen Alice Cooper Band im Jahr 1974 nur eine Handvoll Auftritte, die die noch lebenden Mitglieder gemeinsam absolvierten. Das vielleicht intimste, sicherlich aber überraschendste und längste Konzert absolvierten sie am 6. Oktober 2015.
O.R.k.
Kscope
VÖ: 2022
Nachdem sich Porcupine Tree auf dem basslastigen Closure/Continuation zuletzt ohne ihren früheren Bassisten austoben, macht dieser mit O.R.k. genau die Musik, nach der die Anhänger von Porcupine Trees um das Jahr 2000 herum angebrochenen Progessive-Metal-Phase besonders lechzen.
Buddy Guy
Silvertone
VÖ: 2022
Buddy Guy ist der letzte der großen Blues-Veteranen und eine lebende Legende. "The Blues Don't Lie" erweitert sein starkes Spätwerk um ein in weiten Teilen erfreulich klassisches Chicago-Gitarrenblues-Album. Trotz zu vieler Spielkameraden.
Peter Knorn
SPV
VÖ: 2021
Peter Knorn ist ein Urgestein der deutschen Rock-Szene. Im Hannover der frühen siebziger Jahre gründete er die Band Fargo, die bis 1982 vier kultige LPs herausbrachte und aus der Victory hervorgingen. Wie sehr Knorn das humorvolle Erzählen liebt, zeigt er nun in seinem zweiten Buch.
The New Roses
Napalm
VÖ: 2022
Wiesbaden liegt gleich hinterm Sunset Strip links. Diesen Eindruck vermitteln The New Roses seit mehr als zehn Jahren. Sweet Poison ist ein hochenergetisches Album, auf dem Behäbigkeit keine Chance hat.
Sahg
Drakkar
VÖ: 2022
Wer Sahg bislang immer in der psychedelischen Doom-Schublade abgelegt hat, dürfte hellhörig werden: Auf ihrem sechsten Album geben sich die nach dem Weggang von Gitarrist Ole Walaunets zum Trio geschrumpften Norweger angenehm metallisch und im Tempo variabler denn je.
Devin Townsend
InsideOut
VÖ: 2022
Devin Townsend hat als Solokünstler und Klangmaler eine vollkommen eigenständige Soundwelt erschaffen. So zugänglich wie jetzt hat der Kanadier seine Musik allerdings selten gestaltet.
Riot City
No Remorse
VÖ: 2022
Mit "Burn The Night" sorgten die Kanadier 2019 für einiges Aufsehen in der traditionellen Metal-Szene. Mit mit "Electric Elite" legt das Quintett gleichermaßen hörenswert nach.
Henrik Freischlader
Cable Car
VÖ: 2022
So sehr man sich auch wünschte, Henrik Freischlader würde im Studio mal wieder länger mit ein und derselben Band zusammenarbeiten: Seine Musik haben die beständigen Wechsel immer wachgehalten. Im Gegensatz zu seinen drei vorangegangenen Platten, ist diese neue im kleinstmöglichen Band-Setup entstanden.
Guns N' Roses
Universal
VÖ: 2022
Als am 16. September 1991 erstmals das Video zu ›Don’t Cry‹ über die Mattscheiben flimmerte, befanden sich Guns N’ Roses auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Erst am nächsten Tag sollte das zugehörige Album erscheinen — doch "Use Your Illusion" hatte sich bereits zu einem Massenphänomen entwickelt.
Wilko Johnson/Roger Daltrey
Chess
VÖ: 2014
Anfang 2013 wurde bei Wilko Johnson fortgeschrittener Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Im November ging er dann mit Roger Daltrey ins Studio, um diese wunderbare Platte einzuspielen. Nach rührseligem Abschied klingt hier gar nichts.
Ozzy Osbourne
Sony
VÖ: 2022
Das Schicksal hat es zuletzt nicht immer nur gut gemeint mit Ozzy Osbourne. Der wachsende Umfang seiner Krankenakte hat Tourneeverschiebungen und riskante operative Eingriffe erforderlich gemacht, die nicht spurlos an dem 73-jährigen Madman vorbeigegangen sind. Unerwartet früh erscheint daher dieses neue Album.

DAS AKTUELLE HEFT

Cover von ROCKS Nr. 100 (03/2024).