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Paul Gilbert

WROC

Mascot
VÖ: 2026

Lehrstunde in Benehmen und Komposition

Paul Gilbert ist nicht nur für seine technischen Fähigkeiten bekannt, die ihn als Gitarrist von Racer X und Mr. Big zum Star machten. Zahlreiche Solo-Alben sind seinem überaus sonnigen Gemüt seit den späten neunziger Jahren entsprungen, auf denen er sich unbeschwert überwiegend zwischen Power-Pop und Rock austobte, seinen Humor in wunderbare Texte kleidete und sich selbst immer wieder in ungewöhnliche Garderobe. Ungewöhnlich ist auch die Idee, ein Konzept-Album über ein 1595 verfasstes Benimm-Regelwerk zu schreiben, das im folgenden Jahrhundert vom späteren US-Präsidenten George Washington als Schreibübung kopiert wurde. Bekannt wurde es als Washington’s Rules Of Civility, aus dem sich das Akronym des Albumtitels herleitet. Für sein Album hat Gilbert nicht nur den groben Inhalt übernommen, sondern wortwörtliche Textpassagen. Was immer wieder zu abenteuerlichen Rhythmus-Verrenkungen in der Gesangsmelodie und im Gesamtarrangement führt. Andere wären spätestens hier daran gescheitert, aus dieser absurden Grundidee auch nur einen guten Song zu erschaffen. Nicht so der 59-Jährige, dem es tatsächlich gelingt, sperrigste Phrasen wie in ›Maintain A Sweet And Cheerful Countenance‹ oder ›Conscience Is The Most Certain Judge‹ in irrsinnig einprägsame Refrains zu kleiden. Musikalisch changiert das zwischen hochtechnischem Hardrock mit zuweilen an Queen gemahnende Grandeur, Power-Pop- und Pop-Punk-Schlieren (›Go Not Tither‹) und Prog. Irre.

(8.5/10)

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