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Yes

Symphonic Live

Universal
VÖ: 2026

Bombast im Überfluss

Ihr 19. Album Magnification entstand 2001 erstmals ohne festen Keyboarder, dafür kooperierten Yes mit einem vielköpfigen Orchester, dass auch auf der folgenden Tour mit von der Partie war. Eine gute Gelegenheit, die sinfonische Dichte ihres Sounds noch deutlicher zu betonen, doch die Rechnung ging nicht durchweg auf. Der chaotische Beginn ihres unglücklich gewählten Konzerteinstiegs ›Close To The Edge‹ lässt nichts Gutes erwarten, auch das epische ›Gates Of Delirium‹ von ihrem 1974 veröffentlichten Meisterwerk Relayer schleppt sich planlos und stellenweise holprig dahin, während drei Auszüge aus der aktuellen Scheibe bestenfalls unauffällig geraten. Ein missglücktes Experiment war die Yessymphonic-Tour dennoch nicht. ›And You And I‹ oder das auf dem umstrittenen Doppelalbum Tales From Topographic Oceans mitunter als starr und leblos eingestufte ›Ritual (Nous Sommes Du Soleil)‹ erleben hier eine beeindruckende Wiedergeburt. Gerade letzteres profitiert enorm von der orchestralen Atmosphäre und wird von der Band nicht grundlos um ein sattes Drittel auf knapp eine halbe Stunde ausgedehnt. Dennoch wirkt sich das Fehlen ihres Tastenmagiers Rick Wakeman auf den Gesamtsound eher negativ aus, obwohl sich Keyboarder Tom Brislin (aktuell in Diensten von Kansas) alle Mühe gibt, dessen Sounds und Soli originalgetreu zu reproduzieren. Nach den fast siebzig zweieinhalbstündigen Shows der Konzertreise trennte sich auch die Kernbesetzung aus Sänger Jon Anderson, Gitarrist Steve Howe, Bassist Chris Squire und Trommler Alan White. Erst zehn Jahre später kehrten Yes ohne ihren charismatischen Frontmann mit dem Album Fly From Here zurück. Symphonic Live, mitgeschnitten am 22. November 2001 in Amsterdam, wurde bereits 2002 und 2009 veröffentlicht. Diese neue Version erscheint nun als Blu-ray und 2CD-Set sowie als Vierfach-Vinyl-Edition.

(5/10)
TEXT: MARKUS BARO

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