Das Cover lässt es erahnen: Im ersten richtigen Solo-Album von Living Colour-Gitarrist Vernon Reid steckt jede Menge Jazz-Fusion, was ›Door Of No Return‹ und ›Freedom Jazz Dance‹ direkt bestätigen. Erstes mit einer Synthese aus dem Gitarrenspiel von John McLaughlin und Jimi Hendrix, letzteres mit einem avantgardistischen Sound, der klingt, wie er heißt. In der Folge lotet Reid mit einigen Gästen seine persönlichen Grenzen zwischen souligem Hip-Hop (›Good Afternoon Everyone‹), Jazz mit vielen Scratches (›Bronx Paradox‹), Pop-Rock-Balladen (›Dying To Live‹), einem gelungenen Cream-Cover (›Politician‹) und sehr viel anstrengendem Avantgarde-Gedudel aus. Ein etwas leichter verdauliches Highlight ist ›Black Fathom Five‹ mit gehetzter Gitarre und ebenso gehetztem Spoken Word. Reid setzt zudem auf größtmöglichen Kontrast. Auf das geradezu angenehm-warme Solo von ›Beautiful Bastard‹ folgen sechs Minuten Jazz-Kakophonie (›A Meditation On Arthur Rames‹). Das macht Hoodoo Telemetry immerhin zu einer spannenden, weil unvorhersehbaren Angelegenheit. Dazu trägt auch der Sound bei, der zwischen sauber und schrammeliger Demoqualität suggeriert, dass hier Songs aus den unterschiedlichsten Sessions zusammentreffen, deren Zusammenhang sich einzig Reid selbst erschließt. Sein eklektischer Stil, der als kleiner Teil des Sounds von Living Colour sehr gut funktioniert, vermag ein Album, das in so viele unterschiedliche Richtungen gedacht ist, kaum zusammenzuhalten.
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