Wie seine Familie mitteilte, starb Buchholz an den Folgen einer schweren Erkrankung. Der 1951 in Hannover geborene Musiker gehörte von 1973 bis 1992 zur Kernbesetzung der Scorpions und prägte als Bassist die international erfolgreichste Ära der Band. Ab dem Zweitwerk Fly To The Rainbow (1974) – den Einstand Lonesome Crow (1972) hatte noch Lothar Heimberg eingespielt – bildeten seine präzisen Bassläufe das Fundament für den Sound der Formation, der sukzessive seine psychedelischen und progressiven Schlieren verliert und spätestens ab Lovedrive (1979) zum heutige ikonischen, kompakten Hardrock wird. Während seiner fast zwanzigjährigen Zugehörigkeit verkauften die Scorpions über 100 Millionen Tonträger; Buchholz selbst wurde für sein Schaffen weltweit mit mehr als 50 Gold- und Platinauszeichnungen geehrt.
Im Jahr 1992, kurz nachdem die Scorpions mit dem Album Crazy World ihren kommerziellen Höhepunkt erreicht hatten, traf Buchholz die Entscheidung, sich aus dem Rampenlicht zurückzuziehen. Nach der Geburt seiner Zwillingstöchter entschied er sich bewusst gegen das Leben auf Tournee und für ein Leben im Kreise seiner Familie. »Wir sind tieftraurig«, so seine Familie in einer gemeinsamen Erklärung. »Während seines Kampfes gegen die Erkrankung blieben wir an seiner Seite und begegneten jeder Herausforderung als Familie – genau so, wie er es uns vorgelebt hat. Francis war durch und durch ein Familienmensch, und es gibt keine Worte, die unsere Trauer beschreiben könnten.«
Nach seiner Zeit bei den Scorpions arbeitete er zunächst als Consultant in der Musikbranche, bevor er 2005 in der Begleitband seines früheren Bandkollegen Uli Jon Roth seine Bühnen-Rückkehr feierte. Vier Jahre später trat er dann Michael Schenker’s Temple of Rock bei. An der Seite seiner früheren Weggefährten Michael Schenker (Gitarre) und Herman Rarebell (Schlagzeug) veröffentlichte er vier weitere Alben. Seine letzte Veröffentlichung war 2016 das selbstbetitelte erste Album des Projektes Phantom 5 des früheren Bonfire-Frontmannes Claus Lessmann.
Francis Buchholz hinterlässt seine Ehefrau Hella und ihre gemeinsamen Kinder - Sohn Sebastian sowie die Zwillingstöchter Louisa und Marietta. Er wurde 75 Jahre alt.








