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Wings Of Steel

Winds Of Time

Wings Of Steel
VÖ: 2025

Magische Momente mit Gefühl und Kraft

Nach ihrem famosen Einstand vor zwei Jahren stellen die in Los Angeles gegründeten Wings Of Steel mit ihrem zweiten Album unter Beweis, dass sie den klassischen Metal von Bands wie den frühen Queensrÿche oder Fifth Angel nicht nur zitieren, sondern ihn als Vertreter der jüngeren Generation mit hörbarem Selbstbewusstsein neu interpretieren. Auffällig ist dabei erneut die starke Achse zwischen Sänger Leo Unnermark und Gitarrist Parker Halub. Unnermark bewegt sich mit sicherer Leichtigkeit in jenen hohen Lagen, die Vorbilder wie Geoff Tate oder Rob Halford in den Achtzigern besetzt hielten, ohne dabei ins aufgesetzt Theatralische abzurutschen. Halub liefert dazu ein Gitarrenspiel, das gleichermaßen von prägnanten Riffs wie von langen, melodisch ausgearbeiteten und häufig sehr gefühlvoll dargebotenen Soli lebt — besonders im über zehnminütigen Titelstück, das den Ton für das gesamte Album setzt. Die Dramaturgie der Platte reicht von kurzen, pfeilschnellen Songs wie ›Saints And Sinners‹ bis hin zum epischen Finale ›Flight Of The Eagle‹, dessen melancholische Stimmung anfangs Erinnerungen an Iron Maidens ›Remember Tomorrow‹ weckt. ›We Rise‹ präsentiert sich hymnisch und eingängig, fast in der Tradition von Ronnie James Dio, getragen von Unnermarks kraftvollem, hoch ansetzendem Gesang. Die Produktion setzt auf Klarheit statt Retro-Patina und gibt Unnermarks Stimme sowie Halubs Gitarrenlinien den Raum, um die Songs zu tragen und magische Momente zu erschaffen. Ein Album, das vertraute Einflüsse kanalisiert, ohne zur Kopie zu verkommen — eine Verbeugung vor den Größen des Genres, aber mit eigener Handschrift.

(9/10)

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Cover von ROCKS Nr. 110 (01/2026).