Über 200.000 Exemplare werden allein in den ersten Wochen aus den Läden abtransportiert — bis heute hat sich der Boston-Erstling über 17 Millionen Mal verkauft und ist eins der erfolgreichsten Debütwerke überhaupt geblieben. Dass Boston auch bald fünfzig Jahre später rein gar nichts von seiner Faszination verloren hat, liegt auch am Evergreen ›More Than A Feeling‹. Der Durchmarsch dieser unwiderstehlichen Power-Ballade ist jedoch nur ein Mosaikstein in der Erfolgsgeschichte dieser Platte, die aus dem Nichts heraus entstanden und von einer geheimnisvollen Science-Fiction-Aura umgeben schien.
Jahrelang feilte ihr Schöpfer, der studierte Ingenieur, Gitarrist, Songschreiber und Klangtüftler Tom Scholz, in seinem Kellerstudio an diesem Werk und leistete technisch wie musikalisch Pionierarbeit, von der bald auch die Musikerszene profitieren sollte: Der von Scholz entwickelte „Rockman“, ein kleiner, im Namen dem Walkman nachempfundener Kopfhörerverstärker mit verschiedenen eingebauten Effekten, half etwa Def Leppard erheblich dabei, Pyromania (1983) und Hysteria (1987) in schwebenden Klang zu bringen.
Vollendeter und zugänglicher als auf Boston hatte pompöser, melodischer Hardrock zuvor selten geklungen: Sobald die Truppe ihre Chöre mehrstimmig aufschichtet, majestätische Hooklines spinnt, mit Gitarrenharmonien umgarnt und mit Gitarrensalven und ausgeklügelten Soli gefangen nimmt wie in ›Peace Of Mind‹, hat dies immer einen Hauch von Queen. Keins ihrer noch folgenden Alben reicht auch nur annähernd an die herausragende Qualität und die Spannung dieses Einstands heran. Gleichwohl wird auch das 1978 nachgeschobene Don’t Look Back in Windeseile auf die Spitzenposition der amerikanischen Hitparade gekauft und siebenfach mit Platin überzogen: Der starke Titelsong, das Queen umarmende ›A Man I’ll Never Be‹ und ›Feelin’ Satisfied‹ tragen sämtliche Sound-Wesenszüge, die schon auf Boston faszinierten.








