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Michael Schenker Group

Bad Boys — The McAuley Schenker Group Story 1987 – 1992

Cherry Red
VÖ: 2026

Stabiler Neuanfang

So großartig die Werke der originalen Michael Schenker Group auch waren: Haltbar waren die unterschiedlichen Konstellationen mit Sänger Gary Barden nicht. Nach dem letzten Akt Built To Destroy (1983) und Bardens endgültigen Ausstieg, den Schenker seinerzeit zurück gebeten hatte, weil ein professionelles Arbeiten mit dessen Nachfolger Graham Bonnet unmöglich geworden war, brauchte es auch angesichts eines massiven Schuldenbergs einen stabilen Neuanfang. Den gewährleistete der irische Sänger Robin McAuley, der zuvor bei den gemäßigten Hardrockern Grand Prix und dem Frank Farian-Projekt Far Corporation einen tadellosen Job gemacht hatte. McAuley erwies sich als Katalysator, um dem druckvoll-melodischen Schenker-Hardrock-Sound eine neue Melodie- und Bombast-Schlagseite zu verordnen, die perfekt mit der von MTV protegierten Hair-Metal-Welle korrespondierte. Perfect Timing (1987) etwa ist ein glänzendes Melodic-Juwel, das in Höhepunkten wie ›Here Today – Gone Tomorrow‹ oder ›Follow The Night‹ den wiedererwachten Enthusiasmus des oft zweifelnden Gitarristen hörbar macht. Vier Video-Hits warf die etwas zu glatt produzierte Scheibe ab. Zwei Jahre später geriet der in Nuancen härtere Nachfolger Save Yourself (1989) um einiges spannender, ehe 1992 das noch viel bessere M.S.G. folgte: Es ist die härteste und die kompakteste der drei LPs mit McAuley, auf der Jeff Pilson (Dokken) Bass spielt und James Kottak (Kingdom Come) am Schlagzeug wuchtet. Amerikanischer klangen Schenkers Lieder nie: Bis zum Refrain im Eröffnungsstück ›Eve‹ scheinen er und Sänger McAuley gemeinsam Ratt imitieren zu wollen.

Am Ende zerstreute sich auch diese hoffnungsvolle Inkarnation und verabschiedete sich mit einem Unplugged-Album. Die Box Bad Boys sortiert den kreativen Output der McAuley-Phase auf vier CDs und liefert interessante Hintergrundinformationen. Ein komplettes Live-Konzert aus jener Zeit wäre wohl eine interessante Dreingabe gewesen, doch mehr als Single- oder Akustikversionen und die B-Seite ›There Has To Be Another Way‹ war für die Bonusabteilung wohl nicht aufzufinden. Immerhin führt das 1992 erschienene Unplugged Live nun noch ›Never Ending Nightmare‹ und den UFO-Standard ›Only You Can Rock Me‹ im Programm.

Perfect Timing: 8 ½ 
Save Yourself: 8
M.S.G.: 7
Unplugged Live: —

(4/10)
TEXT: MARKUS BARO

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Cover von ROCKS Nr. 111 (02/2026).