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Megadeth

Megadeth

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VÖ: 2026

Speed, Songs und wenig Schatten

Von dem für seine Verhältnisse ungewöhnlich zurückgenommenen weißen Coverartwork, auf dem Maskottchen Vic Rattlehead in bester Pink Floyd- und Wish You Were Here-Manier in Flammen steht, sollte man sich genauso wenig in die Irre führen lassen wie von dem praktisch fehlenden Albumtitel. Leisetreterei war noch nie das Metier von Dave Mustaine — und dieses 17. Studio-Album von Megadeth wäre der denkbar schlechteste Zeitpunkt, plötzlich damit anzufangen. Schenkt man seiner (leider) durchaus plausiblen Ankündigung Glauben, wird es die letzte Platte dieser so einflussreichen Speed- und Thrash-Metal-Band bleiben, die seit 1983 ihr wirkungsvolles Unwesen treibt.

So umwerfend gut wie Dystopia, das sich 2016 als neuzeitlicher Klassiker beinahe auf Augenhöhe mit Peace Sells… But Who’s Buying (1986), Rust In Peace (1990) und Countdown To Extinction (1992) in die Diskografie der Band einfügte, ist Megadeth nicht geworden. Dennoch streift es auf unterhaltsame Weise all diese Phasen und macht auch nicht vor Youthanasia halt, mit dem die Amerikaner 1994 zu einer verblüffend kompakten und melodisch griffigen Version ihrer selbst fanden: ›Hey God‹, ›Puppet Parade‹ und auch ›Another Bad Day‹ deuten klar und gut auf diese Ära hin, während der verschachtelte Tech-Thrasher ›Tipping Point‹ und das punkrotzige ›I Don’t Care‹ auf die späten Achtziger verweisen. Im rasanten ›Let There Be Shred‹ beschwört Mustaine seine NWoBHM-Wurzeln herauf und lässt textlich nicht nur in ›The Last Note‹ autobiografische Bezüge durchscheinen: sehr viel sortierter und effektiver, als es Megadeth auf dem etwas überladenen Vorgänger The Sick, The Dying… And The Dead! (2022) andeuteten.

Zwar fehlt der Platte gegen Ende ein wenig das Tempo, wo Stücke wie ›Made To Kill‹ und ›Obey The Call‹ kaum Spektakuläres bieten, doch das machen Megadeth mit ihrer eigenen Variante des von Mustaine einst mitkomponierten Metallica-Klassikers ›Ride The Lightning‹ wett, die erstaunlich nah am Original bleibt, lediglich minimal schneller aus den Boxen kracht und trotzdem ihren eigenen Charme besitzt. Man lässt sie nur ungern ziehen. Alles weitere zu Megadeth erzählt Mustaine im Interview in ROCKS Nr. 110 (01/2026).

(8/10)

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Cover von ROCKS Nr. 111 (02/2026).