Die Arbeit an The Mandrake Project (2024) brachte Bruce Dickinson wieder näher an sein eigenes Solo-Werk heran: Nachdem er sich zunächst intensiv mit neuen Dolby-Atmos-Mixen seiner unter eigenem Namen erschienenen Platten beschäftigte, überarbeitete er sein Zweitwerk Balls To Picasso (1994) gründlich. Das im Wortsinne merkwürdige More Balls To Picasso erschien 2025: Eine Analyse der Änderungen gibt es ►hier.
Dem Material nur musikalisch einen neuen Anstrich zu verpassen schien dem Frontmann von Iron Maiden allerdings nicht zu reichen. Nach seinem Auftritt beim The Town Festival im brasilianischen São Paulo drehte Dickinson gemeinsam mit dem Regisseuren Leo Liberti und Antoine De Montremy ein neues Musikvideo zur epischen neuen Version von ›Tears Of A Dragon‹.
Dieses entstand in einer verlassenen Brauerei in der mit über elf Millionen Einwohnern größten Stadt Brasiliens. Zu sehen sind neben dem Protagonisten das Almai Orchester unter der Leitung von Antonio Teoli, der auch die Orchestrierungen des Songs komponierte, und seine House Band Of Hell: Diese besteht aktuell aus den Gitarristen Philip Näslund und Chris Declerq, Bassistin Tanya O'Callaghan (Whitesnake), Keyboarder Mistheria und Schlagzeuger Dave Moreno. Vervollständigt wird der Clip von Szenen mit der Balletttänzerin Renata Bardazi, die am Strand tanzt.
»Leo Liberti hat fürher schon viel Live-Material für mich in Brasilien gedreht, das immer spitze war«, erzählt der 67-Jährige Sänger die Entstehungsgeschichte des Videos. »Wir entdeckten diese großartige Location, die beinahe wie ein Renaissance-Bauwerk wirkt, und schminkten das Orchester so, dass alle ein wenig zombifiziert aussahen. Das ganze Ding war brillianter Wahnsinn. Leo hatte außerdem die Idee, eine Tänzerin den Song interpretieren zu lassen. Sie war fantastisch, poetisch und brachte eine unglaubliche, extra-emotionale Dimension ins Video.«
Seine Premiere feierte der Clip bereits auf diversen Film-Festivals. Insgesamt heimste er dabei 15 Preis-Nominierungen ein; ausgezeichnet wurde er sieben Mal als Bestes Musikvideo, bei den Berliner Music Video Awards gewann er zudem Bronze.
Die Geschichte von Balls To Picasso, die bis ins Jahr 1990 zurückreicht, haben wir im Rahmen unseres ausführlichen Titel-Specials in ►ROCKS Nr. 99 (02/2024) beleuchtet und ist dort nachzulesen. Das Heft ist auch ►digital erhältlich!








