Subsignal

A Poetry Of Rain

Gentle Art Of Music
VÖ: 2023

Emotional packend

Vier Jahre lang haben Subsignal an ihrem sechsten Studio-Album gebastelt. Das Ergebnis ist entsprechend gereift und kann als Gegenstück zum Vorgänger La Muerta angesehen werden. Nicht, dass die Prog-Rocker je einen ungeschliffenen Schnellschuss veröffentlicht hätten, aber so homogen haben Subsignal ihre Mischung aus melancholischen Melodien mit einem Hauch AOR und den metallischen Wurzeln von einst noch nie hinbekommen.

Durch den Abgang von Bassist Ralf Schwager, dessen Platz nun der Niederländer Martijn Horsten einnimmt, sind von der einst mit Beautiful & Monstrous (2009) gestarteten Besetzung noch die früheren Sieges Even-Recken Markus Steffen (Gitarre) und Arno Menses (Gesang) übrig, die in kreativer Hinsicht die Zügel in der Hand halten. Was Subsignal von vielen eher technisch orientierten Prog-Bands abhebt, macht A Poetry Of Rain einmal mehr deutlich: Songs wie ›Impasse‹ oder ›Marigold‹ berühren, transportieren Gefühle und packen den Hörer, wie es sonst Marillion, Yes oder Kansas am besten können.

Auf welch hohem Niveau die Herren musizieren, wird bei Nummern wie ›The Art Of Giving In‹ oder ›Sliver (The Sheltered Garden)‹ klar, aber Komplexität ist hier nie Mittel zum Zweck. Wunderbar gelungen ist auch ›The Last Of Its Kind‹, das mit einem ausgiebigen Saxofon-Einsatz begeistert.

Bemerkenswert: Mit ›Embers Part II: Water Wings‹ haben Subsignal die lange überfällige Fortsetzung des Stücks von Touchstones (2011) realisiert, an der passenderweise auch ihr früherer Keyboarder David Bertok mitgewirkt hat. Als Bonustrack der CD-Ausgabe spendieren Subsignal zudem ›A Room On The Edge Of Forever‹, das bisher lediglich in digitaler Form erschienen ist.

 

(9/10)

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