Es war eine der langlebigsten durchgehenden Kreativpartnerschaften des Heavy Metal: Bereits im Gründungsjahr 1985 stieß Anders Allhage, wie Andy LaRocque bürgerlich heißt, zur Soloband von King Diamond, dessen Band Mercyful Fate sich kurz zuvor aufgelöst hatte. Auf dem 1986 veröffentlichten Debüt Fatal Portrait spielte er lediglich Gitarre, ab dem folgenden Abigail (1987) war er auch in das theatralische Songwriting des Kings involviert — eine Rolle, die er bis zu diesem Wochenende inne hatte.
»Nach über vierzig gemeinsamen Jahren haben die Band King Diamond und Andy LaRocque gemeinsam entschieden, getrennte Wege zu gehen«, verkündete die dänische Formation über ihre Social-Media-Profile. »Wir schauen mit Stolz, Dank und gegenseitigem Respekt auf unsere gemeinsamen Errungenschaften zurück. Die unzähligen Erinnerungen bleiben für immer. Unsere Freundschaft und der gegenseitige Respekt bleibt unverändert und wir wünschen uns gegenseitig nichts als das Beste für die Zukunft!«
In einer eigenen Stellungnahme äußerte sich auch LaRocque selbst zur Trennung. »Es war keine einfache Entscheidung, eine Familie nach über vierzig Jahren voller großartiger Musik, Freundschaften und vielen guten Erinnerungen zu verlassen. Wir haben die Entscheidung gemeinschaftlich getroffen in respektvoller und freundschaftlicher Art und Weise. Ich mache mit vollem Fokus weiter, werde neue Musik schreiben und mit Lex Legion auf der Bühne stehen.« Das selbstbetitelte Debütalbum seiner neuen Band, die im Kern aus der King Diamond-Besetzung von Them (1988) und Conspiracy (1989) besteht, ist im Juni erschienen.
An Stelle des Schweden rückt nun ein Grieche, wie King Diamond in einem separaten Post verkündete. »Es ist mir eine große Ehre, Gus G. als unseren neuen Gitarristen bekanntzugeben. Er wird mit uns komponieren, aufnehmen und auch touren. Daneben wird er weiterhin seine aktuellen Projekte betreiben, also Firewind, sein Solo-Projekt etc. Keine Restriktionen, nur gewissenhafte Planung. Wir arbeiten bereits mit ihm und können es kaum erwarten, euch die Musik zu zeigen, bei der er Gitarre spielt!« Neben seiner Band Firewind war Gus G. zwischen 2009 und 2017 außerdem Gitarrist in der Soloband von Ozzy Osbourne.
Unklar ist, welche Auswirkungen der Personalwechsel auf das seit Jahren kolportierte neue Album des King hat. Dass der Nachfolger von Give Me Your Soul... Please (2007) den Namen The Institute tragen wird, verriet der seit Juni 70-Jährige Sänger bereits 2019. Das grobe Konzept der Platte skizzierte er im Vorfeld der Saint Lucifer's Hospital 1920-Tour, die ihn Ende 2024 durch Nordamerika und im darauffolgenden Jahr durch Europa führte.
»Die Story enthält viele unterschiedliche Charaktere und es werden einige unerwartete Dinge passieren; Es ist das aufwendigste Projekt, das wir jemals gestemmt haben, und das gilt auch für die Produktion«, so der King damals. »Die Geschichte spielt in einer alternativen Zeitlinie im Jahr 1920. Es war eine Zeit, in der die Medizin durch eine dunkle Phase hatte und Mittel für den wissenschaftlichen Fortschritt an Menschen getestet wurden. Dies ist Saint Lucifer's Hospital, auch bekannt als The Institute. Tritt ein, wenn du dich traust!« Wann The Institute erscheinen soll, steht nach wie vor in den Sternen. In Form von ›Spider Lilly‹ erschien 2024 zumindest eine Single.









