Seit 2006 betreibt der außerhalb des skandinavischen Jazzrock vornehmlich durch die Projektzusammenarbeit mit Motorpsycho auf The Death Defying Unicorn bekannt gewordene Tasten-Derwisch Stale Storløkken das Power-Trio Elephant9: Eine ganz ausgezeichnete Band, deren ersten Alben ziemlich resolute Hybriden aus improvisationsfreudigem Jazz- und Psychedelic-Rock abgaben, bei denen die Entscheidung schwer fiel, was mehr gefangen nehmen sollte: Das von Nikolai Haengsle Eilertsen (Bass) und Torstein Lofthus (Schlagzeug) betriebene Groove- und Antriebszentrum — oder Storløkkens brandheiße Orgel-Jams, die für ein deutliches Heavy-Element im Sound sorgten und Gitarren zu keiner Sekunde vermissen ließen.
Psychedelic Backfire umfasst in zwei separaten Teilen an vier aufeinanderfolgenden Tagen entstandene Konzertmitschnitte, die nacherleben lassen wie Elephant9 ihre starken Studiovorgaben geradezu pulverisieren. Bass und Schlagzeug bollern und grooven wie von Sinnen. Mal wenig subtil und vom ersten Augenblick an (›Skink/Fugl Fønix‹), viel besser allerdings auf den verwegen Spielstrecken von ›Farmer’s Secret‹. Und vor allem in ›Habanera Rocket‹, das ganz langsam in einen gefährlichen Mahlstrom hineinzieht — und einen dann vor Storløkkens verzerrten Hammond-Eruptionen besinnungslos in die Knie gehen lässt: Wenn dieser Mann Gas gibt, scheinen aus seiner Heavy-Orgel Jon Lord, Keith Emerson, Ronnie James Dio, der junge Ian Gillan und R2D2 gleichermaßen herauszubrüllen zu fauchen und zu singen. Wer Elephant9 noch nicht kennen sollte, aber Motorpsychos Instrumentalspielwiesen in etwa ›Intrepid Explorer‹ (The Tower) liebt, kann speziell auf dem umwerfenden Psychedelic Backfire I so einiges entdecken.







