Crimson Glory wollen es noch einmal wissen: Chasing The Hydra, das fünfte Album der mystisch-progressiv angehauchten US-Metaller, wird Anfang des kommenden Jahres erscheinen — 27 Jahre nach Astronomica (1999). Erstmals nicht dabei ist Bandleader und Hauptsongwriter Jon Drenning, der aus familiären Gründen auf eine Mitwirkung verzichtet.
Wieder aktiv ist die teilmaskierte Formation, die es mit Unterbrechungen seit 1983 gibt, bereits seit 2023: Damals taten sich die Originalmitglieder Ben Jackson (Gitarre), Jeff Lords (Bass) und Dana Burnell (Schlagzeug) mit dem Gitarristen Mark Borgmeyer zusammen, veröffentlichten die Single ›Triskaideka‹ und spielten wieder Konzerte. Das erste fand im Oktober 2024 auf dem Keep It True Rising in Würzburg statt, wo die Band ihren neuen Sänger Travis Wills vorstellte, der als Nachfolger des legendären Midnight (lediglich auf Astronomica sang Wade Black) nun auf Chasing The Hydra zu hören ist. Mignight starb 8. Juli 2009 im Alter von nur 47 Jahren an einer Magenblutung.
Der Werdegang von Crimson Glory verlief reichlich unorthodox. Als der Fünfer aus Florida 1986 mit silbernen Masken und seinem Debütalbum in der Metal-Szene erschien, war die Begeisterung groß: Durch perfekt konzipierte Hymnen mit mystischem Touch und einem einprägsamen optischen Masken-Konzept hob sich die Band auf Anhieb vom Gros der starken Konkurrenz ab und machte Eindruck.
Auch das nur zwei Jahre später veröffentlichte Transcendence (1988) ist ein unerschütterlicher Meilenstein des progressiven US-Metal mit mystischem Grundton, deren Verbindung aus Atmosphäre, herausstechendem Gesang und filigraner Gitarrenarbeit des eng verzahnten Duos Ben Jackson/Jon Drenning unerreicht geblieben ist. Beim ohne zwei ihrer Gründungsmitglieder aufgenommenen Strange And Beautiful (1991) nahmen Crimson Glory einen radikalen Kurswechsel in Richtung Hardrock vor, den ihre Anhänger nicht mitgingen — nach dem ersten Konzert ihrer kurzen US-Tournee wurde Sänger und Gallionsfigur Midnight gefeuert. Danach blieb die Band nur noch sporadisch aktiv: Kurz vor dem Milleniumswechsel scheiterte eine Reunion, Astronomica (1999) konte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.
Auf ihr fünftes Studio-Album ließen sie bis jetzt warten: Chasing The Hydra erscheint am 17. April. »Wir freuen uns sehr, dass das neue Crimson Glory-Album endlich erscheint. Die Fans haben so lange gewartet und verdienen eine großartige Platte. Diese wollen wir ihnen geben«, erklärt die Band. »Travis' Stimme war die letzte Zutat, die uns dafür gefehlt hat. Wir können es kaum erwarten, sie euch zu präsentieren!«
Als zweite Auskopplung aus Chasing The Hydra — ›Triskaideka‹ ist als Abschlussnummer ebenfalls enthalten — wählte die Formation den Titelsong aus, der auf dem Album an zweiter Stelle stehen wird. Im Sommer wird Crimson Glory dann wieder auf Tour sein: Im deutschsprachingen Raum werden sie unter anderem in Wacken und dem von ROCKS präsentierten Keep It True Legions zu sehen sein; auch eine Clubshow im Turock in Essen am 5. August ist geplant.
Die Titelliste von Chasing The Hydra:
01. Redden The Sun
02. Chasing The Hydra
03. Broken Together
04. Angel In My Nightmare
05. Indelible Ashes
06. Beyond The Unknown
07. Armor Against Fate
08. Pearls Of Dust
09. Triskaideka
Die Konzert-Termine von Crimson Glory in Deutschland 2026:
29. Juli - 01. August Wacken, Wacken Open Air
05. August Turock, Essen
08. - 09. August Geiselwind, Keep It True Legions
Mehr zu Crimson Glory gibt es in ►ROCKS Nr. 109 (06/2025).







