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Venom

Conrad „Cronos“ Lant (1963-2026)

Seine Band brachte eine ungehörte Bösartigkeit in den Heavy Metal — einer ihrer Plattentitel verlieh einem Subgenre gar seinen Namen. Nun ist Venom-Frontmann Conrad „Cronos“ Lant im Alter von 63 Jahren gestorben.

TEXT: MAXIMILIAN BLOM |FOTO: Necroshorns

Großbritannien war in den ausgehenden siebziger und frühen achtziger Jahren ein fruchtbarer Boden für den Heavy Metal: Dutzende Bands sprossen daraus, viele prägten das Genre nachhaltig. Oder wurden gar zu Gründervätern eines eigenen Subgenres. So wie Venom. Das Trio aus Newcastle verband die räudige Energie des Punk mit hoher Aggressivität und satanischen Themen, denen sich Black Sabbath bereits angenommen hatten — und wurden zum Einfluss auf praktisch alle Genres, die später einmal unter dem Begriff "Extrem-Metal" zusammengefasst werden sollten. Auch dem Black Metal: Ihr zweites Album Black Metal (1982) half als Namenspate.



»Über vier Jahrzehnte lang war Conrads Stimme, sein Bassspiel und seine Vision das Herz von Venom«, ehrt die Band Conrad Lant, den alle Welt nur Cronos nannte, in ihrem Nachruf. »Vom ersten dunklen Grummeln von Welcome To Hell (1981), über Black Metal, At War With Satan (1983) und Possessed (1985) und auch darüber hinaus: Er hat etwas erschaffen, dass die harte Musik für immer verändert hat. Venom haben sich nie an Regeln gehalten. Sie haben ihren eigenen Weg geschaffen. Und Conrad war im Mittelpunkt — kompromisslos, ohne Angst und unverwechselbar.« 

Ihre bedeutendste Zeit hatten Venom in jener ersten Phase in der ersten Hälfte der Achtziger: Ihre Studiowerke waren einer der Katalysatoren nicht zuletzt für die deutsche Thrash-Metal-Szene; auf ihrer Seven Gates Of Hell-Tour 1984 wurden sie derweil von einer jungen amerikanischen Band begleitet, die gerade mit ihrem Debüt Kill 'Em All vorstellig geworden war: Metallica. 



Sie endete 1988, als Cronos die Band verließ und eine Soloband gründete. An den Erfolg seiner langjährigen Band konnte er damit nicht anknüpfen. 1995 kehrte er zu Venom zurück, die zunächst wieder in Original-Besetzung mit Gitarrist Jeffrey „Mantas“ Dunn und Schlagzeuger Anthony „Abaddon“ Bray lärmten. In dieser Besetzung entstand in Cast In Stone (1997) ein weiteres Album; Abaddon verließ die Formation letztendlich 1999, Mantas folgte drei Jahre später. Cronos führte die Band mit wechselnden Mitmusikern weiter, zuletzt vervollständigten John „Rage“ Dixon (Gitarre) und Danny „Danté“ Needham das Trio, das erst im Mai in Into Oblivion eine neue LP präsentierte.

Conrad „Cronos“ Lant starb in den letzten Septembertagen diesen Jahres im Alter von 63 Jahren. Eine Todesursache wurde nicht bekanntgegeben.



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