Seit beinahe sechzig Jahren ist Taupins Poesie das passende Gegenstück zu den Komposition von Reginald Dwight, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Elton John. Daneben war der 76-jährige Taupin auch für andere Künstlerinnen und Künstler aktiv: So schrieb er etwa die Texte des Alice Cooper-Albums From The Inside (1978) oder jenen des Starship-Hits ›We Built This City‹.
Außerdem stehen auch drei Solowerke in der Vita des gebürtigen Briten, der seit 1990 auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt: Auf Taupin (1971) folgten 1980 He Who Rides The Tiger und 1987 Tribe. 39 Jahre nach seinem letzten Alleingang erweitert er seine Diskografie am 23. Oktober um sein viertes Solo-Album The Sea Has No Mercy. »Es ist der Soundtrack seines eigenen Lebens — eine Platte, die ihn so persönlich wie nie zeigt und die Erfahrungen seiner 76 Lebensjahre in zehn Songs destilliert«, verspricht die Plattenfirma Vertigo.
Inspiration für The Sea Has No Mercy zog Taupin aus der Arbeit an seiner 2023 veröffentlichten Autobiografie Scattershot und der Mitarbeit an einer Dokumentation über sein Leben, die aktuell entsteht. »Ich hätte die Lieder dieses Albums nicht als jüngerer Mann schreiben können. Sie zeigen eindeutig den 76-jährigen Bernie Taupin«, erklärt der Protagonist. »Alles auf diesem Werk ist sher persönlich — jede Zeile und jedes Wort bedeuten etwas für mich: Entweder aus der Vergangenheits-, der Gegenwarts- oder der Geschichtenerzähler-Perspektive.«
Als erste Auskopplung wählte Taupin das melancholische Titelstück aus. »Das Meer ist das einschüchterndste Element der Erde. Feuer, Erdbeben oder Tornados mögen zerstörerisch sein, aber nichts ist angsteinflößender als die Einsamkeit der offenen See«, so Taupin. »Gleichzeitig fasziniert es mich und ich möchte über die Dinge schreiben, die mich faszinieren. Im Song nutze ich das Meer als Metapher für die viel zu große Anzahl an schlechten Erfahrungen, die ich ihn der Vergangenheit machen musste.«
Erstmals schrieb Bernie Taupin für ein Album indes nicht nur die Texte, sondern auch die Musik. Eingespielt wurde diese von den Tennessee Stone Cutters bestehend aus den Studiomusikern Adam Wright (Gitarre), Glen Worf (Bass) und Michael Rojas (Keyboard). Produziert wurde The Sea Has No Mercy von Frank Liddell. Beteiligt war außerdem Sängerin Brandi Carlile, die im vergangenen Jahr in Who Believes In Angels? schon ein gemeinsames Album mit Elton John veröffentlichte. Weitere Gäste sind Taupins Tochter Georgey sowie Lee Ann Womack, das Jeremy Jordan Ensemble und Perkussionist Jay Bellerose.
Die Titelliste von The Sea Has No Mercy:
01. Fisherman
02. Old Church Road
03. The Sea Has No Mercy
04. Elephant Boy
05. Ghosts of Greater Men
06. Joker
07. Come On California (feat. Brandi Carlile)
08. The Favor
09. Old Dog
10. One Hundred Ways (feat. Georgey Devon Taupin)
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