Am 11. November beenden Opeth ihre Tour zu The Last Will And Testament. Der Auftritt in Mexiko Stadt wird das 93. Konzert seit der Veröffentlichung ihres 14. Studiowerkes im November 2024 sein. Und vorerst das letzte, wie Bassist Martin Mendez nun in einem Gespräch mit einem brasilianischen Radiosender verriet.
»Ich freue mich sehr auf die Konzerte. Es ist der letzte Teil dieser Tour und anschließend werden wir eine ziemlich lange Pause machen«, so der in Uruguay geborene Schwede zum Start der sechs Stationen umfassenden Kontinental-Reise. Mendez ist seit 1997 Teil der Progger und damit das dienstälteste Bandmitglied nach Frontmann Mikael Åkerfeldt.
Auf die Nachfrage, ob es sich dabei nur um eine Pause zur Vorbereitung eines neuen Albums handele oder in der Zeit jegliche Bandaktivitäten eingestellt würden, antwortete er: »Beides. Wir müssen erst etwas entspannen und neue Energie sammeln. Anschließend können wir uns Gedanken zu neuer Musik machen.« Damit deutet sich an, dass Opeth im kommenden Jahr keine Konzerte spielen werden — laut der Datenbank setlist.fm wäre 2027 damit das erste Jahr in diesem Millenium, in dem die einst im anspruchsvollen Death Metal gestartete Formation nicht auf der Bühne stehen würde.
Bereits im Februar hatte der Bandkopf Åkerfeldt in einem Interview offenbart, das ihm das Touren keine große Freude mehr bereitet. »Die Shows selbst sind natürlich ein Tages-Highlight, aber sie können auch eine Art Fluch sein — besonders, wenn ich mich nicht gut fühle. Ich habe unterwegs mit Schlafproblemen zu kämpfen, was dazu führt, dass ich mich auf der Bühne manchmal unsicher fühle. Nach einigen Songs geht das normalerweise weg und meistens kann ich es dann genießen.«
Im weiteren Verlauf verglich er Konzertreisen mit der Arbeit in einer Fabrik. »Es fühlt sich nicht musikalisch an, weil wir immer versuchen, die Perfektion der Studio-Aufnahmen zu reproduzieren. Wir klingen natürlich gut — ich finde sogar, so gut wie noch nie — aber wir jagen trotzdem diesem unerreichbaren Ideal hinterher. Es fühlt sich nicht wie kreative Arbeit an. Wir machen etwas nach, was wir uns vor vielen Jahren ausgedacht haben«, so der 52-jährige singende Gitarrist, der gleichzeitig betont: »Ich bin noch immer verdammt überwältigt, dass uns so viele Leute sehen wollen. Ich fühle mich wie ein undankbarer Bastard, dass mir die Konzerte nicht so viel Spaß machen. Aber so ist es eben. Ich liebe eher die gestalterische Arbeit. Ich möchte viel mehr Zeit damit verbringen, neue Musik zu erschaffen, als alte wiederzugeben.«
Eine ausführliche Story zu Opeth und The Last Will And Testament gibt es in ROCKS Nr. 102 (05/2024) (weiterhin ►digital erhältlich!)









