Chris Slade ist der walisische Wandersmann der Rockmusik: Seine Karriere startete Christopher Rees, wie er bürgerlich heißt, in der Band von Tom Jones; 1970 gehörte er dann zur Gründungsbesetzung von Manfred Mann's Earth Band, deren erste acht Alben er eintrommelte. Zu seinen weiteren Stationen gehörten etwa Uriah Heep, Asia, The Firm mit Paul Rodgers und Jimmy Page sowie die Michael Schenker Group und die Solobands von David Gilmour und Gary Moore. Und natürlich AC/DC, denen er von 1990 bis 1995 angehörte und deren Album The Razors Edge (1990) er einspielte.
Zuletzt war er mit seiner Soloband The Chris Slade Timeline unterwegs, auf deren Social-Media-Profilen er nun offenbarte, in Rente zu gehen. »Mit schwerem Herzen muss ich verkünden, das Schlagzeugspielen aufgeben zu müssen«, so Slade, der am 30. Oktober seinen 80. Geburtstag feiert. »Manche von euch wissen, dass ich vor sieben Jahren einen Schlaganfall hatte — nur einen leichten, aber es wird schlimmer. Ich beneide Leute wie die Rolling Stones oder Paul McCartney, die noch mit über 80 aktiv sein konnten. Es war auch mein Ziel. Aber es sieht danach aus, dass ich das nicht kann. Deswegen muss ich mich verabschieden.«
Er danke seinen Fans für die jahrzehntelange Treue und lud diese ein, weiter seinen Profilen zu folgen. »Bleibt gerne hier, denn ich werde weiterhin posten, um euch auf dem laufenden zu halten!« Möglicherweise auch über eine Autobiografie: Bereits im vergangenen Jahr hatte der Schlagzeuger aus Pontypridd durchscheinen lassen, dass er an seinen Memoiren schreibt.
»Ich schreibe an einem Buch, und wenn es erscheint, werde ich sagen: Ich habe 80 Jahre dafür gebraucht. Ich arbeite immer wieder daran, und mache das schon seit Jahrzehnten. So langsam muss ich aber wohl fertig werden, denn mir bleiben nur noch zwanzig bis dreißig Jahre«, so Slade lachend in einem Interview im Oktober 2025.
Eine ausführliche Titelstory zur Entstehung von The Razors Edge gibt es in ►ROCKS Nr. 110 (01/2026) (auch ►digital erhältlich!)








