Im Februar 1984 braucht Lemmy Kilmister zum dritten Mal in der Geschichte seiner Band Motörhead einen neuen Gitarristen: Nur rund zwei Jahre hatte die Besetzung mit dem früheren Thin Lizzy-Gitarristen Brian Robertson gehalten. Nach einem Audition-Tag entscheidet sich der singende Bassist für gleich zwei: Michael Burston, den alle Welt nur Würzel nennt. Und den Waliser Phil Campbell.
Erste Erfahrungen sammelte der 1961 in Pontypridd unweit von Cardiff geborene Gitarrist zunächst in einer Kabarett-Band namens Contrast und den Pub-Rockern Roktopous, bevor er 1979, beeinflusst von der sich gerade etablierenden NWOBHM, Persian Risk gründet, mit denen er ein Demo und die beiden Singles ›Calling For You‹ (1981) und ›Ridin' High‹ (1983) einspielt.
Zu seiner Lebensaufgabe wurde aber das Engagement bei Motörhead, denen er bis zur Auflösung nach dem Tod von Kilmister im Jahr 2015 treu blieb — seit dem Ausstieg von Würzel 1995 als einziger Gitarrist. Und deren Musik er auf insgesamt 16 Studio-Alben mit seinem am klassischen Hardrock geschulten Spiel seinen Stempel aufdrückte.
Dieser kam noch etwas prononcierter hervor bei Phil Campbell & The Bastard Sons, die er nach dem Ende von Motörhead mit seinen drei Söhnen Todd (Gitarre), Tyla (Bass) und Dane (Schlagzeug) gründet. Neben eigenem Material — insgesamt entstehen drei Studiowerke — hielt Campbell mit ihnen durch spezielle Touren auch das Gedenken an Motörhead am Leben: Erst im vergangenen Jahr waren sie unter dem Motto 50 Years Of Motörhead auf Tour.
Am 14. März verkündeten Campbells Söhne den Tod ihres Vaters. »Er starb in der vergangenen Nacht nach einem langen und tapferen Kampf auf der Intensivstation, wo er sich nach einer komplexen Operation befunden hatte«, so die drei zur Todesursache. Philip Anthony Campbell wurde nur 64 Jahre alt.







