Derek And The Dominos

Layla And Other Assorted Love Songs (1970)

Leidende Seelen haben der Musikgeschichte manches große Werk beschert. So auch Layla And Other Assorted Love Songs, das für lange Zeit das letzte blues- und eindeutig rockbetonte Meisterwerk von Eric Clapton bleiben sollte.

TEXT: DANIEL BÖHM

Leidende Seelen haben der Musikgeschichte manches große Werk beschert. So auch Layla And Other Assorted Love Songs. Als Cream nach nur zwei Jahren im November 1968 in Trümmern liegen, ist Eric Clapton ein bejubelter, aber zweifelnder Megastar.

Mit Ginger Baker und Steve Winwood von der Spencer Davis Group und Traffic gründet er die nächste Supergroup Blind Faith. Der Gitarrist genießt es, in der kurzlebigen Combo hinter Sänger und Frontmann Steve Winwood zurückfallen und sich in den Dienst der Songs stellen zu können — das genaue Gegenteil dessen, was seine Anhängerschaft von ihm hören und sehen will. Clapton trifft der Schlag, als er die LP Music From Big Pink von The Band in die Finger bekommt: Ihr bodenständiges Auftreten, das ganz natürlich wirkende Zusammenspiel ihres von Folk- und Country belebten Rhythm’n’Blues lässt ihn von allem abrücken, was auch nur entfernt nach Gitarrenheldentum riecht.

Als Teil der Begleitband von Delaney und Bonnie Bramlett geht er auf Tournee und spielt mit derselben Mannschaft seine erste Solo-LP ein; im Verbund von Derek And The Dominos folgt schließlich ein vorerst letztes blues- und rockbetontes Meisterwerk.



Nicht nur seine Suche nach der für ihn adäquaten Musik sowie die sich anbahnende Heroinsucht lassen Clapton seinerzeit leiden: Hoffnungslos ist er in die Frau seines Freundes George Harrison verschossen, die seine Avancen trotz einer kurzen Liaison nicht erwidert.

Maßgeblich eingebunden in Layla And Other Assorted Love Songs ist zudem Duane Allman, der für die Aufnahmen mit Clapton die Arbeit an Idlewild South, der zweiten Platte der Allman Brothers Band, unterbricht: Ohne den begnadeten Slide-Gitarristen hätte es das unsterbliche ›Layla‹ in der heute bekannten Form nicht gegeben.

›Why Does Love Got To Be So Sad‹ und ›Bell Bottom Blues‹ gehören zu den Sternstunden in Claptons Schaffen, und auch die vorzüglichen Interpretationen von ›Have You Ever Loved A Woman‹ (Billy Myles), ›Little Wing‹ (Jimi Hendrix) oder ›Key To The Highway‹ (Big Bill Broonzy) sind zu seinen eigenen Klassikern geworden.


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