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The Pretty Reckless

Dear God

Fearless
VÖ: 2026

Lässiger Weltschmerz

Fünf Jahre hat sich die Band um die frühere Schauspielerin Taylor Momsen (Gossip Girl) für ihr fünftes Album Zeit gelassen. In der Zwischenzeit tourte sie unter anderem im Vorprogramm von AC/DC und tankte dabei mächtig Selbstbewusstsein. So hat nun Dear God mehr zu bieten als der sperrige Vorgänger Death By Rock’n’Roll (2021). Hier wird gepoprockt, aber auf eine verspielte Art, die man lange nicht gehört hat. Als Brite würde man den Begriff „Swagger“ bemühen, was so etwas wie Lässigkeit bedeutet. In ›When I Wake Up‹ etwa löst ein simples „Fuck“ bei Spielzeit 1:58 einen kleinen Tsunami aus, der in einer tollen Bass-Passage endet. Anscheinend hat Momsen auch einiges von ihren Auftritten mit Soundgarden mitgenommen, denn ihre Gesangslinien transportieren den Weltschmerz eines Chris Cornell deckungsgleich. So changiert sie zwischen Post-Grunge (›Love Me‹) und Classic Rock (›Dragonfire‹, tolles Solo!), was dieses Album zum Kandidaten für eine Jahresbestenliste macht. Bemerkenswert ist auch die außergewöhnliche Gesangsleistung der 32-Jährigen; man höre nur den Pop-Punk in ›About You‹, die Red Hot Chili Peppers-Hommage ›Rollercoaster Of Life‹, das poppige ›Eye Of The Storm‹, das Eagle-Eye Cherrys ›Save Tonight‹ ähnelt, oder das minimalistische ›Dark Days‹. Toll! 

(8.5/10)
TEXT: JÖRG STAUDE

ROCKS PRÄSENTIERT

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