Metal Church

Congregation Of Annihilation

Reaper Entertainment
VÖ: 2023

Aggressive Trauerbewältigung

Der Nachfolger zu Damned If You Do (2018) war eigentlich schon geschrieben, als der unerwartete Tod von Sänger Mike Howe Metal Church aus der Bahn warf. Als Reaktion hat sich Bandkopf Kurdt Vanderhoof in Marc Lopes (Ross The Boss, Let Us Prey) einen neuen Mann ans Mikro geholt, der sich stimmlich stark von seinem direkten Vorgänger abhebt und spürbar von Originalreibeisen David Wayne beeinflusst wurde.

Kein Wunder also, dass das Gros des Materials verworfen und der Rest so überarbeitet wurde, dass Congregation Of Annihilation in beträchtlicher Härte fast nahtlos an The Dark von 1986 anknüpft. Dermaßen aggressiv und hart wie beim Opener ›Another Judgement Day‹ oder dem Titeltrack klangen Metal Church lange nicht, ›Pick A God And Prey‹ ist eine Walze in ›Ton Of Bricks‹-Manier mit leichtem Annihilator-Schlag, und auch beim epischeren ›Me The Nothing‹, das ursprünglich noch für Howe geschrieben worden sein dürfte, macht Lopes seine Sache gut.

Das einzige Problem ist, dass fast 40 Jahre nach dem im Jünglingsalter aufgenommenen Debüt die heutige Inkarnation der Band dessen bahnbrechende Klasse nicht ganz erreichen kann — auch wenn die Richtung durchaus stimmt. Ein gutes Album ist Congregation Of Annihilation aber durchaus, und es ist aller Ehren wert, dass Vanderhoof nicht aufsteckt und sein Lebenswerk mit neuer Richtung fortführt.

(7.5/10)

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