Zum 52. Geburtstag wurde Queen II neu gemischt und gemastert, was dieses vor Fantasie und Melodien sprühende Frühwerk so richtig glänzen lässt. Mit dem zweiten Album kanalisierte die Band ihre kreative Lust in abgeklärtere und — im Gegensatz zu späteren Platten — härtere Songs. Die Opulenz der haushoch aufgetürmten Gesangsspuren brachte die Musiker und die damalige Technik an ihre Grenzen; das Remaster entspreche nun eher dem, was sie eigentlich hätten soundtechnisch umsetzen wollen, lassen Brian May und Roger Taylor als überwachendes Organ wissen. Gelernt hat das ausführende Produzententeam aus Justin Shirley-Smith, Joshua J. Macrae und Kris Frederiksson aus der Kritik an ihrer Bearbeitung von Queen I vor zwei Jahren: Der Gesang, in den sie 2024 stark eingriffen, bleibt diesmal unangetastet; allein der Sound wurde behutsam freigelegt mit einem hörbaren Zugewinn an Frische, Transparenz und Klarheit, dass es ein Fest ist.
Die zweite CD Sessions gibt einen lebhaften Eindruck von der Arbeit im Studio wieder, inklusive amüsanter Spötteleien und gepflegtem Gefluche der Musiker. Dass die Sessionaufnahmen aller auf dem zweiten Album platzierten Songs in derselben Reihenfolge zu hören sind und offenbar ebenfalls technisch aufgefrischt wurden, ist ein tolles Geschenk. Die Aufnahmen sind teils weit fortgeschritten, entbehren aber der nach dem Motto „mehr ist mehr“ aufgefahrenen Gesangsspuren. So lässt sich etwa in einer eher gejammteren Version von ›Father To Son‹ Freddie Mercury auf der Suche nach Text und Intonierung lauschen und in ›Ogre Battle‹ ist mehrmaliges Anzählen und verzweifeltes Geschrei im Hintergrund zu vernehmen. ›As It Began‹, aus dem schließlich ›White Queen (As It Began)‹ wurde, überrascht mit einer arg schrammeligen Gitarre und Brian May, der statt Mercury den Gesang übernimmt. ›The Loser In The End‹ kommt zweimal zu Ehren, so auch in einer kurzen, um die Gitarre abgespeckten, funkigen Version. Auf Mercurys ursprünglich schwarzer — im Gegensatz zu Mays weißer — LP-Seite nahm das Pianospiel schon immer mehr Raum ein; in diesen Fassungen mit Verspielern und furiosen Abfahrten steht es deutlich im Mittelpunkt.
Unter den drei weiteren Tracks ist ›Not For Sale (Polar Bear)‹ des Queen-Vorläufers Smile (gesungen von Mercury) ein bisher auf Platte unbekanntes Fundstück. Das Booklet enthält lediglich Fotos und Songtexte; einige Informationen zur Entstehung dieses im Gesamtwerk der Band zu Unrecht vernachlässigten Klassikers wären hier Pflicht gewesen.
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Album: 9,5









