Ihr schmökert gerne online auf ROCKS?

Das freut uns! Wir haben aber auch eine Bitte.

Dass dieser Teil von ROCKS bei euch ankommt, zeigen uns auch die beträchtlichen Zugriffszahlen, für die wir herzlich danke sagen. Jeder kann auf unser Unterhaltungsangebot zugreifen — Bezahlschranken gibt es keine.

Deshalb unsere Bitte: Unterstützt dieses Angebot freiwillig mit einem Beitrag.

Warum? Das sagen wir Euch auf dieser Seite.

Nazareth

Born Under The Wrong Sign (1976 – 1979)

Cherry Red
VÖ: 2026

Ambivalente Phase

Nach ihrer härtesten (und für viele besten) Platte Hair Of The Dog suchten Nazareth nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten außerhalb des Heavy-Rock-Kontextes. Zwei unverzichtbare und zwei eher durchwachsene Platten innerhalb von nur vier Jahren sind das Ergebnis dieser problematischen Band-Phase. Der nimmt sich nun die Werkschau Born Under The Wrong Sign an.

Auf Close Enough For Rock’n’Roll balancieren die langlebigen schottischen Hardrocker 1976 zwischen Folkrock, AOR und Blues-Elementen und lassen dank ihres ewigen Konzerteinstands ›Telegram‹, dem Boogie-Rocker ›Lift The Lid‹ und dem von heftigen Gitarren getragenen ›Born Under The Wrong Sign‹ nicht ahnen, dass auf dem im Folgejahr veröffentlichten Play’n’The Game ihre Hardrock-Wurzeln fast vollständig unter die Räder geraten sollten. Einzig ›Somebody To Roll‹ und ›Born To Love‹ sind typisch für ihren bärbeißigen Stil, das psychedelisch angehauchte Cover des Beach Boys-Songs ›Wild Honey‹ und die von Joe Tex verfasste Ballade ›I Want To Do Everything For You‹ belegen erneut die Fähigkeit des Vierers, fremde Lieder stimmig umzudekorieren.

Der Nachfolger Expect No Mercy gerät unerwartet heavy, geplant war dieser Kurswechsel aber wohl nicht. Eine ebenfalls enthaltene Ur-Fassung offenbart Überraschendes. Der als Produzent agierende Doobie Brothers-Gitarrist Jeff Baxter strich nicht nur den stampfenden Titelsong, sondern ließ die Scheibe auch noch mit dem bluesigen ›Kentucky Fried Blues‹ starten, dem famosen Crazy Horse-Cover ›Gone Dead Train‹ verpasste er sogar eine leichte Country-Schlagseite. Dass die Band mit dem Endprodukt nicht zufrieden war, verwundert zwar angesichts ihrer künftigen Entwicklung, doch Lieder wie das an ZZ Top erinnernde ›Greens‹, ›Desolation Road‹ oder die Ballade ›Moonlight Eyes‹ erreichen nur B-Seiten-Niveau. Nazareth-Gitarrist Manny Charlton mischte das Album in einer Nacht- und Nebelaktion neu ab und ersetzte die schwächeren Lieder durch ›All The King’s Horses‹, ›Busted‹ oder ›Gimme What’s Mine‹, die den Charakter der Scheibe bis heute prägen. Auf No Mean City waren Nazareth dann durch die Verpflichtung des ehemaligen Alex Harvey-Gitarristen Zal Cleminson zum Quintett angewachsen und kehrten in Stücken wie ›Just To Get Into It‹ oder ›Simple Solution‹ für eine lange Zeit letztmalig zum urigen Boogie-Rock zurück, flirteten in ›May The Sunshine‹ aber gleichzeitig sehr offensiv mit dem AOR-Genre.


ROCKS ist Teil des Partner-Programms von jpc. Bestellungen über diesen Link unterstützen uns ganz direkt — ohne Mehrkosten!

jpc-Logo, 90 x 56, ohne Claim, hier bestellen


Close Enough For Rock’n’Roll
Album: 7,5
Play’n’The Game
Album: 6
Expect No Mercy
Album: 8
No Mean City
Album: 8

(6/10)
TEXT: MARKUS BARO

ROCKS PRÄSENTIERT

DAS AKTUELLE HEFT