Die Schweden vertonen aufs Neue das Seelenleben ihres Frontmanns Tom S. Englund, laufen aber selbst auf ihrem 15. Album nicht Gefahr, routiniert zu klingen. Im Gegenteil: Die über die Jahre hinweg immer geschickter eingefädelte Verbindung von Härte und Anschmiegsamkeit, Melancholie und Glückseligkeit, Rausch und bösem Erwachen ist dem auf zwei Positionen neu besetzten Quintett nie schlüssiger gelungen als nun hier. Wo manche Mitbewerber im Metier des progressiven wie melodischen Power Metal zu oft ins Statische verfallen und klinisch klingen, füllen Evergrey ihre Kompositionen stets mit Lebhaftigkeit. Englunds tiefgründige Erzählungen, in denen es diesmal wesentlich mehr Licht zu entdecken gibt als auf so manchem Vorgänger, werden oftmals von brillant ineinandergreifenden Gitarren-Eruptionen und flächigen Keyboardklängen ummantelt, manchmal aber auch unverschämt luftig und poppig wie in ›Call Off Your Lions‹ in Szene gesetzt. Alle eint indes das bestechende Melodiegespür der Musiker, das bewirkt, dass man sich den Songs nur schwerlich entziehen kann. Architects Of A New Weave ist ein so intensives wie betörendes Album, und Englund versteht es, den Hörer mit seinen Geschichten in bessere Stimmung zu versetzen.
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