Tedeschi Trucks Band
Signs
Fantasy
9
Angereichert mit innerer Wärme

Über drei Studio-Platten, zwei Konzertmitschnitte und hunderte von Konzerte hinweg hat das Großensemble mit zwei Schlagzeugern, Bläsern und Chorsängern zu einem Sound gefunden, der irgendwo zwischen Jam- und Bluesrock, Southern-Soul, Gospel und Jazz-Elementen changiert. Er ist unverkennbar ihr eigener und baut auf einer in dieser Kombination und Ausprägung nur selten anzutreffenden Musikalität, Leidenschaft und Spielgefühl auf — auch wenn er im Universum der Allman Brothers Band verankert bleibt, welcher Slide-Gitarrist Derek Trucks selber lange angehörte. Eine Fortsetzung von Let Me Get By (2016), ist ihr viertes Album nur bedingt. Eher dockt es an dessen kompakteren Vorgänger Made Up Mind (2013) an — zumindest in extrovertierten Augenblicken wie in ›Hard Case‹, bei dem man den Eindruck gewinnen könnte, der Southern-Soul von Delaney & Bonnie verschmelze mit Derek & The Dominos und so viel erbauungsvollem Gospel wie noch nie. War die Tedeschi Trucks Band nicht zuletzt für ihre enormen Spielfeuerwerke bekannt, gibt sich das Ensemble im Temperament auf Signs merklich zurückgenommen und intimer. Der erste Eindruck, es handele sich um eine von Susan Tedeschi gelenkte Platte (ihr Gesang trägt die Stücke dominanter als das disziplinierte Spiel ihres Gatten), verliert sich zwar mit jedem weiterem Hören. Und doch bleibt dieses begleitende Gefühl von Nachdenklichkeit und Verwundung, das aus den vielen Schicksalsschlägen resultiert, denen sich die Musiker während des Entstehungsprozesses stellen mussten.
›When Will I Begin‹ verdeutlicht ihren Gemütszustand besonders: Die schwere Melancholie der Nummer ist anfangs nur schwer zu ertragen. Doch dann kommt der Augenblick, in dem die Band allen Ballast von sich abzuschütteln versucht, sich der Dunkelheit entreißt und beherzt die Flucht in die Zukunft antritt — das Stück wird zur urtypischen Band-Spielwiese mit tollem Schlagzeug-Swing und feinen Trucks-Soli, ehe es an seinen Ausgangspunkt im dunklen Eck zurückkehrt.
Wie feinsinnig auf Signs Kammer-Streicher, Bläser, Orgel, Klavier und Chöre miteinander interagieren, ist hier genauso gut herauszuhören wie im herausragenden ›I’m Gonna Be There‹: Allerfeinster Soul-Blues mit belebenden Drums und Siebziger-Drall und einem Slide-Solo, das den Song gefühlvoll seinem Höhepunkt als Jam-Nummer entgegenschiebt.
Die Leichtigkeit, in der die beiden Schlagzeuger in ›Shame‹ swingen und grooven, ist schier genial. Noch mehr jedoch im Glanzstück ›Still Your Mind‹, wo die Drums entspannt vor sich hintappern, ehe sie sich langsam ausklinken und Slide-Meister Trucks eine psychedelisch-jazzige Improvisationsspielwiese bereiten. Eine bereichernde und von innen wärmende Platte.
 

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