Van Halen
Einer für zwölf

In den USA ist der Punk mit strammen Schritten auf dem Vormarsch, als Van Halen das Interesse für virtuos gespielten Hardrock neu entfachen. Ihr selbstbetitelter Einstand gerät 1978 zur Sensation: Keck sägende Riffs, unermüdlich pumpende Bassläufe, ein verspielt vorantreibendes Schlagzeug und ein Frontmann, der zwar kein von Gott gesandter Stimmvirtuose ist, von ihm zumindest aber einen klaren Entertainment-Auftrag bekommen hat. Und dann ist da freilich noch Edward Van Halen, der seine furiose Leadgitarre nach überwiegend von ihm selbst aufgestellten neuen Regeln spielt.

›Eruption‹ ist ein einziges geisteskrankes Solo mit schnellen, hart angeschlagenen Licks, fliegenden Legato-Läufen, feistem Einsatz des Vibrato-Hebels und zur Kunst erhobener beidhändiger Tapping-Attacke auf dem Griffbretthals. Die wuchtige Interpretation des Kinks-Klassikers ›You Really Got Me‹ bleibt die beste ihrer Art, und ›Ain’t Talkin’ ’Bout Love‹ das Paradebeispiel für wirklich clevere Riff- und Rhythmusarbeit einer Combo in der klassischen Viererbesetzung Bass, Schlagzeug und Gitarre. Eddie spielt für zwölf.

Wer nochmal genauer nachlesen möchte, was mit dieser epochalen Platte auf sich hat, kann dies in unserer Titelgeschichte tun. Bitte hier entlang:

ROCKS 05/2010 (Van Halen, Bad Company, Supergroup-Special, King Diamond u.v.m.)