Trans-Siberian Orchestra
Digitale Bescherung

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Statt wie jedes Jahr in der Adventszeit in ausverkauften Hallen in Nordamerika aufzutreten, streamt das Trans-Siberian Orchestra kurz vor Weihnachten eine große Show im Netz — und zwar weltweit.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich das Trans-Siberian Orchestra fest in den vorweihnachtlichen Traditionen vieler Amerikaner und Kanadier etabliert — mehr als zehn Millionen verkaufter Konzerttickets für die aufwändigen Shows, die mit zwei unterschiedlich besetzten Ensembles quer über den Kontinent aufgeführt werden, sprechen eine deutliche Sprache.

»Natürlich muss ich mich auch mit dem finanziellen Ausfall auseinandersetzen, aber dass ich Weihnachten zu Hause verbringen werde, ist eine viel größere Umstellung für mich«, lacht Al Pitrelli, der seit mehr als zwanzig Jahren als Gitarrist und musikalischer Direktor fungiert.

»Meine Kinder kennen nichts anderes. Ihr Daddy ist von Oktober bis Januar unterwegs, und das Fest verbringen sie in irgendeiner Stadt mit mir und 15.000 meiner engsten Freunde. Aber diese Pandemie wirbelt eben überall auf der Welt das Leben unzähliger Menschen durcheinander.«

Dass das Trans-Siberian Orchestra bei der Streaming-Show in Sachen Lasershow und Spezialeffekte nicht kleckern, sondern klotzen wird, steht für den ehemaligen Alice Cooper-Gitarristen außer Frage.

Erstmals seit 1999 teilt Pitrelli in diesem Rahmen wieder mit Bassist Johnny Lee Middleton, Gitarrist Chris Caffery und Schlagzeuger Jeff Plate die Bühne — sonst waren die Savatage-Musiker immer auf beide Ensembles aufgeteilt.

»Natürlich haben wir bei den kurzen Europa-Abstechern und der großen Wacken-Show zusammen gespielt, aber mit der Präsentation von Christmas Eve & Other Stories kehren wir wieder an die Anfänge zurück. Darauf freue ich mich sehr.«

Obwohl er in den letzten Jahren wieder Teil des Teams war, bleibt Savatage-Sänger Zak Stevens der Weihnachtsparty fern. »Ich finde das selbst schade, aber in der aktuellen Situation können wir nur eine begrenzte Anzahl von Leuten einbinden«, erklärt Pitrelli.

»Deshalb ist die Entscheidung gefallen, dass die jeweiligen Songs von den Sängern dargeboten werden, die sie schon seit Jahren auf die Bühne bringen. Aus diesem Grund sind auch Jeff Scott Soto und Russell Allen von Symphony X wieder dabei.«

Der Livestream startet am 19. Dezember um 2 Uhr deutscher Zeit und steht anschließend 48 Stunden als Video-On-Demand bereit, so dass sich das Event auch in Deutschland zu familienfreundlichen Uhrzeiten schauen lässt. Tickets gibt es für 30 US-Dollar, umgerechnet rund 25 Euro, unter www.trans-siberian.com.