Rush
Ein Mann dank Neil Peart

Mit Neil Peart ist am 7. Januar einer der einflussreichsten Schlagzeuger aller Zeiten an den Folgen eines Hirntumors verstorben. Er wurde 67 alt. Mike Portnoy war schon immer glühender Bewunderer des Kanadiers. Eine Rush-Platte liebt der ehemalige Dream Theater- und aktuelle Sons Of Apollo-Musiker ganz besonders:

»Ich habe ganz unterschiedliche Phasen in meinem Leben durchlaufen, in denen ich ganz unterschiedliche Musik entdeckt habe. Mit den Beatles und Ringo Starr als Drummer hat für mich alles angefangen. Dann kamen The Who und Led Zeppelin und auch eine Kiss-Phase habe ich Mitte der Siebziger gehabt. Zehn Jahre später haben mich dann Metal-Alben fasziniert: Vor allem Master Of Puppets von Metallica, Reign In Blood von Slayer und Among The Living von Anthrax — das sind Alben, die das Metal-Drumming entscheidend definiert haben. Dazwischen habe ich mir Zappa und verrücktes Jazz-Zeug erschlossen und den Progressive-Rock entdeckt. Mit Rush ging es los. Ich liebe Peter Criss, der — wie auch Ringo — nie der Obertechniker am Schlagzeug gewesen ist. Aber nach meinen Kiss-Expeditionen Ende der Siebziger stand mir als schlagzeugspielender Teenager irgendwann doch der Sinn nach Anspruchsvollerem.
Rush kamen mir gerade recht: Neil Peart! Ihm zuzuhören, war wie ein spannendes Buch zu lesen, das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Was für eine Entdeckung! Peart hat aus mir einen Mann gemacht. Hemispheres ist das wahrscheinlich anspruchsvollste Album von Rush. Sie haben ihre langen Songs so weit ausgedehnt wie es irgendwie ging, ohne dass es langweilig wird. Es gibt elendig viele Rhythmuswechsel und lange Instrumental-Strecken. Als Sechzehnjähriger war ›La Villa Strangiato‹ mein Song! Permanent Waves, 2112, A Farewell To Kings und Moving Pictures finde ich auch abartig gut. Aber wenn es nur ein Rush-Album sein darf, dann wäre das für mich Hemispheres
 
 Einen ausführlichen Nachruf auf Neil Peart gibt es im kommenden ROCKS.

Review: Sons Of Apollo — MMXX