Peter Green
Trauer um Peter Green

Er war einer der ganz Großen des britischen Bluesrock: 1966 hatte Peter Green kurzzeitig Eric Clapton bei John Mayall's Bluesbreakers abgelöst. Er habe in einer völlig eigenen Liga gespielt, bekennt Mayall einige Jahre später in einem Interview.

Erst aber mit seiner eigenen Combo Fleetwood Mac wuchs Green zum authentischsten und gefühlvollsten weißen Blues-Gitarristen aller Zeiten.

1967 gründet Peter Allen Greenbaum mit Bassist John McVie und Trommler Mick Fleetwood Fleetwood Mac. B.B. King, Gary Moore und Eric Clapton verehrten ihn, Carlos Santana verdankt ihm einen Welthit. Mit seiner Version von Greens Black Magic Woman kommt die Karriere von Santana erst richtig in die Gänge und auch Judas Priest interpretieren seine Lieder: Überhaupt ist der Einfluss der frühen Fleetwood Mac der Jahre 1969-1970 auf den Hardrock der des Folgejahrzehnts nicht zu unterschätzen.

Fleetwood Mac können mit dem elegischen Instrumental Albatross 1968 die Charts knacken, zwei Jahre später verlässt er nach drei Klassikern des britischen Blues (Peter Green's Fleetwood Mac, Mr. Wonderful sowie das hart-psychedelsiche Then Play On) und Singles wie ›Oh Well‹ die Band.

Das Beste, das ihm in seiner Karriere wiederfahren sei, sei ein Nummer-1-Hit gewesen, erzählte Green einmal. Das Schlechteste seien die Drogen gewesen. Als sein Verhalten Ende der Sechziger auffallend exzentrisch und irrational wird, wird Peter Green Schizophrenie diagnostiziert, die sich rasant verschlimmert und in schweren Halluzinationen gipfelt, deren drastische Behandlung den Gitarristen für Jahre außer Gefecht setzen.

Zur Gänze erholen wird er sich nie mehr. Nach seinem Ausstieg bei Fleetwood Mac bringt Green 1970 zunächst noch sein Solo-Debüt The End Of The Game heraus: Ein auf unvorbereiteten Studio-Jams basierendes Album mit formlosem Acid-Rock, auf dem er seine besseren im Rausch von LSD und Meskalin gesammelten Sinneseindrücke in Musik zu kleiden versucht. Bis 1972 veröffentlicht er zwei weitere Singles (›Heavy Heart‹ und ›Beasts Of Burden‹), die dem alten Bluesrock-Sound von Fleetwood Mac zumindest näher kommen — dann verschwindet er aus der Öffentlichkeit.

Erst 1979 macht er wieder von sich reden: In The Skies ist eine Platte, die ohne die tatkräftige Hilfe von Snowy White wohl nicht hätte entstehen können.

Er trägt zu Alben von Mick Fleetwood, Ray Dorset (Mungo Jerry) oder Vincent Crane (The Crazy World Of Arthur Brown) bei, in den späten Neunzigern formiert er die Peter Green Splinter Group, die zwischen 1997 und 2003 aktiv ist. Anfang 2009 versucht er ein Comeback und geht wieder auf Tour unter dem Namen Peter Green and Friends. 1998 wird er in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen.     

Am 25.07. ist Peter Green friedlich eingeschlafen. Er wurde 73 Jahre alt.