Led Zeppelin
51 Jahre Led Zeppelin

Heute vor 51 Jahren erschien das LP-Debüt von Led Zeppelin. Der Einschlag auf der (zunächst US-amerikanischen) Erdoberfläche am 12. Januar 1969 hinterließ einen Krater von gigantischem Ausmaß.

Sie würden wie ein „Blei-Zeppelin“ abstürzen, soll Who-Schlagzeuger Keith Moon ob ihres Namens geunkt haben. Aber das genaue Gegenteil war der Fall: Gitarrist Jimmy Page und Multiinstrumentalist John Paul Jones, die sich 1968 mit Sänger Robert Plant und Trommler John Bonham zunächst zu den New Yardbirds zusammenschließen, verkaufen am Ende über dreihundert Millionen Exemplare ihrer ersten Platte, für deren Hülle ein weltbekanntes historisches Foto mit dem brennenden Luftschiff "Hindenburg" verfremdet wurde.
 
Innerhalb von dreißig Stunden und für günstige 1.800 Pfund in den Londoner Olympic Studios eingespielt, haben die jungen Led Zeppelin ein dramatisch inszeniertes Heavy-Blues-Album entstehen lassen, das sich auf alte Blues-Vorgaben stützt (›You Shook Me‹, ›I Can’t Quit You Baby‹) — ihnen gleichzeitig aber einen Habitus und einen Härtegrad einimpft, der in den ausklingenden Sechzigern mindestens ungewöhnlich war.
 
Das Riff-Monument ›Communication Breakdown‹ legt ebenso wie ›Good Times, Bad Times‹, ›Dazed And Confused‹ und die Adaption von Anne Bredons Folkstück ›Babe I’m Gonna Leave You‹ die Grundlage für viele spätere Zeppelin-Klassiker. Oder auch ›Black Mountain Side‹: Eine Neufassung eines Liedes von Pages liebsten Akustikgitarristen Bert Jansch.

Zeit für Plattenaufnahmen bleibt ihnen danach nur noch in der Zeit zwischen ihren kolossal intensiven Bühnenauftritten. Led Zeppelin II, zum größten Teil auf Tour entstanden, gilt schon unwesentlich später als Blaupause für alle Spielarten des Hardrock und Heavy Metal: ›Heartbreaker‹, ›The Lemon Song‹, ›Bring It On Home‹ und natürlich ›Whole Lotta Love‹ sind nie dagewesene Steilvorlagen, aus denen später mehrere Generationen Hardrocker und Schwermetaller ihre Inspiration für eigene Heavy-Riffs ziehen.

Spätestens mit ihrem legendenumrankten, unbetitelten vierten Album herrschen die Musiker und ihr knallharter Manager Peter Grant über ein grenzenlos erscheinendes Imperium. Keine Band verdient auf Tour mehr als Led Zeppelin.
 
Der Erfolg hat seinen Preis. Drogenmissbrauch, schwere Unfälle und Todesfälle überschatten ihre Karriere, die mit dem Tod von Plants sechsjährigem Sohn beinahe zu Ende gewesen wäre. Das tatsächliche und endgültige Aus verkündet Page drei Monate nach dem Tod von Schlagzeuger Bonham, der nach einer durchzechten Nacht im September 1980 an seinem Erbrochenen erstickt war.

Aber zu Ende ist es nie wirklich. 1988 kommen die drei überlebenden Musiker und Bonhams Sohn Jason zu einem einmaligen Auftritt anlässlich des Jubiläums von Atlantic Records zusammen, sechs Jahre später veröffentlichen Page und Plant das von weltmusikalischen Elementen geprägte Unplugged-Set Unledded und 1998 ihr gemeinsames Album Walking Into Clarksdale.

Die Gerüchte um eine Wiederkehr der Gruppe verstummen nie. Durch eine 2003 erschienene DVD mit fünfeinhalb Stunden unveröffentlichtem Live-Material werden sie zusätzlich befeuert, bis es am 10. Dezember 2007 tatsächlich soweit ist: Led Zeppelin absolvieren einen triumphalen Auftritt in der Londoner 02-Arena, der unter dem Titel Celebration Day für die Nachwelt festgehalten wird. Zwanzig Millionen Menschen hatten sich für die begehrten Tickets registrieren lassen.