Frank Marino & Mahogany Rush
Erzwungenes Karriereende

Frank Marino hat seinen sofortigen Rückzug aus dem Tourneegeschehen bekanntgegeben. Eine Erkrankung habe womöglich sogar sein Karriereende besiegelt, erklärt der Kanadier, der in den frühen Siebzigern als virtuoser Gitarrenkünstler von Mahogany Rush zur Gitarrenikone wurde.

»Ich bin tief bestürzt, meinen sofortigen Rücktritt vom Livespielen und möglicherweise überhaupt der Fortsetzung meiner Karriere bekanntgeben zu müssen. Eine schwächende und unerwartet aufgetretene Krankheit zwingt mich dazu«, so Marino. »Ich möchte allen Menschen danken, die mich auf meinem Weg durch ein halbes Jahrhundert unterstützt haben. Ich weiß, dass sich viele darauf gefreut haben, uns diesen Herbst spielen. Ohne eine wundersame Genesung sieht es allerdings stark danach aus, als wären die 2019 für meine DVD mitgeschnittenen Shows im Angora Theatre die letzten gewesen. Ich bitte alle Gläubigen, mich in ihre Gebete mit einzuschließen.«

Der psychedelische Hardrock, den Frank Marino mit Mahogany Rush abbrannte, war spätestens auf Strange Universe (1975) unüberhörbar von Jimi Hendrix und Robin Trower geprägt — auch wenn Marinos Sound- und Gitarrenton immer sein eigener geblieben ist und immer leicht mit Jazzrock kokettierte.

Das 1978 erschienene Konzert-Wetterleuchten Live fiel deutlich weniger subtil aus und ist Marinos bekannteste, frontalste und erfolgreichste Platte geblieben. Mit den Siebzigern endete für den einflussreichen Gitarristen auch die Epoche der Power-Trios. In Juggernaut erschien ein weiterer Genre-Klassiker, für den der Kanadier in der Anti-Kriegs-Hymne ›Stories Of A Hero‹ sein Magnum Opus kreierte und in der atmosphärischen Übernummer ›Strange Dreams‹ sogar ganz auf seine geliebten Gitarrensoli verzichtete.

Sein letzter Auftritt, der für den 2019 veröffentlichten, sechsstündigen Konzertfilm Live At The Agora Theatre mitgeschnitten wurde, fand im Jahr 2010 in Ohio statt. Nach zehnjähriger Bühnenabstinenz wollte der Kanadier mit italienischen Wurzeln eigentlich im letzten Jahr wieder auf Tour gehen. Die Nachholtermine wären für diesen Herbst geplant gewesen.