Alice Cooper
Allein im Alptraum

War Alice Cooper bislang der Name seiner Band, so wird nach der Trennung von seinen Stamm-Musikern ein echtes Soloprojekt aus ihm:

Gemeinsam mit Produzent Bob Ezrin und unterstützt von Leuten wie dem songschreibenden Gitarristen Dick Wagner entsteht 1975 in Welcome To My Nightmare das erste reinrassige Konzeptwerk von Alice Cooper, dessen Geschichte — die Reise durch die Alpträume eines Mannes namens Steven — auf der nachfolgenden Tournee in einem broadwaytauglichen Musiktheaterspiel aufgeführt wird.

Aber auch ohne Show-Mätzchen ist Welcome To My Nightmare ein erregendes, episches Musik-Meisterwerk auf festem Hardrock-Fundament, das in der von Wagner maßgeblich angeschobenen Ballade ›Only Women Bleed‹, ›Devil’s Food‹, ›The Black Widow‹, ›Cold Ethyl‹ und ›Steven‹ zahlreiche der größten Cooper-Klassiker überhaupt enthält; ›Department Of Youth‹ und ›Escape‹ verzücken als Cooper-Hymnen der alten Schule.

Auch der gleichnamige, extravagante Konzert- und Show-Film hat bis heute seinen Reiz behalten, der zwischenzeitlich auf DVD um das kultige TV-Special Alice Cooper: The Nightmare mit Horror-Star Vincent Price ergänzt wurde, das noch 1975 einen ausgezeichneten Musikfilm aus der Geschichte der Platte machte und neun Jahre nach der Ausstrahlung eine Zeit lang als VHS-Kassette erhältlich war. Ein Mordsspaß.

Genau heute vor 45 Jahren ist Welcome To My Nightmare erschienen: Happy Birthday!