Tito & Tarantula

8 Arms To Hold You

It Sounds
VÖ: 2019

Altersmilde ohne Voodoo

»Eine geheimnisvolle Stimme in meinem Unterbewusstsein flüsterte, ich solle heimkommen. Nach Hause, nach El Paso, Texas«, sprach Tito Larriva, begab sich in die Sonic Ranch und schrieb zusammen mit Tochter Lolita zehn Songs, die das durch alle Stürme des Lebens gefahrene Raubein ein wenig milder zeigen. Wenn Tito früher oft röchelte, als pfiffe er aus dem letzten Loch, so flüstert er heute eher. In ›Heart Of Hearts‹ raspelt er schon fast Süßholz, für seine Verhältnisse jedenfalls.

Der alte Wüterich, der er doch so oft wie überzeugend war, ist einem entspannten Nörgler gewichen. Geblieben sind die herrlichen Twang-Gitarren, der erdige, minimalistische Sound dieser Band, der mit laid back nur ungefähr beschrieben ist, und doch auch immer noch ein paar kantige Höhepunkte bereithält: Das unterschwellig boshafte ›He’s A Liar‹ und das wahrhaft bitterböse ›Vicious Glow‹ könnten sich auf der Bühne zu großartigen Gefühlsorgien entwickeln. Das ist der Wermutstropfen dieses Albums: Wer die Live-Qualitäten der Band kennt, wird auch hier wieder enttäuscht, denn die an Voodoo-Zauber grenzende Atmosphäre der Konzerte bleibt in der Studio-Konserve einfach unerreicht.

Keine Wertung

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