Sparks

A Steady Drip, Drip, Drip

BMG
VÖ: 2000

Mit Vollgas durchs Pop-Universum

Ein halbes Jahr nach der Werkschau Past Tense wird das Art-Pop-Duo erneut vorstellig. Obwohl ihre Zusammenarbeit schon ein halbes Jahrhundert andauert, strotzt auch das 24. Studio-Album der Brüder Ron und Russell Mael vor wundersamen Einfällen, markanten Ohrwurmmelodien und intelligenten Arrangements. Schon ›All That‹ mündet nach schlichter Akustik-Einleitung in ein Breitwand-Epos mit einer Unmenge an Instrumenten und Chören und unglaublich treffsicherem Refrain, ›Left Out In The Cold‹ erinnert in seinem Achtziger-Jahre-Soundkorsett an ihren eigenen Hit ›When Do I Get To Sing „My Way“‹. Das Mellotron-getränkte ›Pacific Standard Time‹ strahlt in orchestraler Pracht und hätte in einer gerechteren Welt die Hitparaden gestürmt, während ›Stravinsky’s Only Hit‹, das von kühlem Synthie-Klackern in Rammstein-Manier eröffnet wird, mit seinem schrillen Falsett-Gesang noch am ehesten an die Sparks denken lässt, die sich 1974 in Deutschland mit ›This Town Ain’t Big Enough For Both Of Us‹ erstmals ins Gespräch gebracht haben. Pop und Kunst muss sich nicht ausschließen. Das beweist auch A Steady Drip, Drip, Drip eindrucksvoll.

(8.5/10)
TEXT: MARKUS BARO

ROCKS PRÄSENTIERT

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