Alestorm

Curse Of The Crystal Coconut

Napalm
VÖ: 2000

Karikatur-Piraten in Humor-Untiefen

Von dem einigermaßen ernsten Freibeuter-Image, das sich die schottischen Metaller mit ihren ersten, durchaus guten Alben aufbauten, ist anno 2020 nur noch eine Karikatur übrig geblieben. Wer schon auf der letzten Scheibe No Grave But The Sea bei dämlichen Songtiteln wie ›Fucked With An Anchor‹ oder der mit Hundegebell statt Gesang aufwartenden Bonus-CD Fremdscham-Pickel bekam, dürfte auch an Curse Of The Crystal Coconut keinen Gefallen finden. Bislang gelang es Bandkopf Christopher Bowes überdurchschnittlich häufig, trotz peinlicher Texte konsistente und mitunter sogar richtig gute Songs zu schreiben. Leider geht ihm dies auf der aktuellen CD völlig ab. Versatzstücke des modernen Power Metal, viele elektronische Spielereien, ein kurzer Ausflug in den Crossover (das grässliche ›Tortuga‹) und Bowes’ spezieller Humor addieren sich zu einer hanebüchenen Platte, dessen Songs als Mitgrölware nach zwölf Bier auf Festivals vielleicht noch funktionieren, aus der Konserve aber einfach nur nerven.

(3/10)

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