Ronnie Atkins

Zweites Soloalbum im März

Schneller als gedacht hat Ronnie Atkins sein zweites Solo-Album fertiggestellt: Make It Count erscheint am 18. März. Mit ›Unsung Heroes‹ ist bereits jetzt eine erste Nummer inklusive Video zu begutachten.

Make It Count ist die zweite Solo-Platte des Sängers der Pretty Maids. Sie erscheint genau 371 Tage nach dem emotionalen Debüt One Shot im März 2021: Seit gut zwei Jahren kämpft der 57-Jährige gegen eine unheilbare Lungenkrebserkrankung. Die Aufnahmen für Make It Count fanden zwischen April und Oktober 2021 statt.

»Während dieser Zeit ging es mir relativ gut, zumindest physisch«, kommentiert Atkins die Entstehung. »Wir sind genauso vorgegangen wie bei One Shot, da ich wegen meiner Diagnose nach wie vor das Gefühl habe, ein Wettrennen gegen die Zeit zu führen. Ich habe die Ideen an meinen Produzenten Chris Laney geschickt, der dann Demos vorbereitete. Als wir mit den Arrangements zufrieden waren, habe dann zunächst ich meinen Gesang aufgenommen, bevor die restlichen Musiker ihre Spuren einspielten.«

Bislang war es der Däne gewohnt, erst am Ende einer Albumproduktion zur Tat zu schreiten und die abgeschlossene Arbeit seiner Band zu vervollständigen. Schon bei One Shot war dies anders. »Das hatte einen ganz praktischen Grund«, erläutert Atkins trocken. »Wir wussten damals schlicht und ergreifend nicht, wie viele Monate ich noch zu leben habe. Das mag sehr dramatisch klingen, ist aber die harte Wahrheit. Niemand wusste, wie sich mein Zustand entwickeln würde. Deshalb wollten wir meine Gesangsspuren so schnell wie möglich im Kasten haben.«

Neben Pretty Maids-Tastenmann Laney, der neben der Produktion auch Rhythmus-Gitarren und Keyboards beisteuerte, sind wie schon auf One Shot unter anderem Atkins’ ehemalige Pretty Maids-Kollegen Allan Sørensen (Schlagzeug) und Morten Sandager (Keyboards) sowie die Gitarristen Pontus Norgren (Hammerfall) und Oliver Hartmann (Avantasia) auf Make It Count vertreten.



Stilistisch stellt sich der Däne breiter auf als bei seiner Stammformation: »Im Grunde sind es melodische Pop/Rock-Songs, die wir an den Stil angepasst haben, den jahrelange Fans von mir gewohnt sind. Für mich ist ein guter Song ein guter Song. Es ist nur noch die Frage, wie man ihn verpackt. Ich tue, was ich möchte; auf diesen Platten bin ich mein eigener Chef und trage selbst die Verantwortung, wenn sie den Erwartungen nicht gerecht wird.«

Das schwierigste seien für ihn die Texte gewesen: »Es fällt mir wesentlich leichter, zu komponieren, als Lyrics zu verfassen. Diesmal war es besonders schwierig, weil meine gesundheitlichen Probleme die ganze Zeit in meinem Unterbewusstsein waren. Egal was ich tue, ich werde immer wieder damit konfrontiert, daher setzen sich einige Nummern auch damit auseinander. Vor diesem Hintergrund versuche ich ihnen trotzdem immer eine positive Wendung zu geben: Das wir beispielsweise das Beste aus unseren Leben machen sollten und diejenigen lieben, mit denen wir gerade zusammen sind. Unter dem Strich handelt die Platte von diesen Dingen, aber auch über das Klima und ganz allgemein über Themen, die jedem etwas sagen, ohne politisch zu sein.«

Ein langes, sehr offenherziges Interview mit Ronnie Atkins über die Entstehung von One Shot findet sich in ► ROCKS Nr. 81 (02/2021).



Die Titelliste von Make It Count:

01. I've Hurt Myself (By Hurting You)
02. Unsung Heroes
03. Rising Tide
04. Remain To Remind Me
05. The Tracks We Leave Behind
06. All I Ask Of You
07. Grace
08. Let Love Lead The Way
09. Blood Cries Out
10. Easier To Leave (Than Being Left Behind)
11. Fallen
12. Make It Count

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