Nancy Wilson

Umschlingend schön

Am 14. November erscheint in Raise The Roof das zweite gemeinsame Album von Robert Plant und Alisson Krauss. Heart-Gitarristin Nancy Wilson erzählt, weshalb sie sich an dem Erstling Raising Sand nicht satthören kann.

TEXT: DANIEL BÖHM

»Dieses Album hat uns damals wohl alle total überrascht. Gerade nach Mighty ReArranger, auf dem Robert Plant 2005 so ziemlich alles zusammenbrachte, was ihn musikalisch jemals beindruckt hat: Blues, Psychedelic und Heavy-Rock genauso wie ganz traditionelle Sounds aus Marokko, Marrakesch und der Sahara oder indische Streicher — sogar mit hypnotisierenden Portishead-Grooves und Loops hat er auf diesem beeindruckenden Album gespielt.

Aber nicht nur die Songs darauf sind unglaublich gut und spiegeln Robert Plant in seiner Essenz. Die Wirkung ist genauso faszinierend, denn gewollt modern klingt darauf nichts. In gewisser Weise ist Mighty ReArranger doch recht eng mit Platten wie Physical Graffiti oder Led Zeppelin III verbunden.



Raising Sand erschien zwei Jahre später und hat ein ganz anderes Temperament. Zusammengearbeitet hat Robert auf dem Album mit Alison Krauss, einem jungen Engel aus der Roots-, Country- und Folk-Ecke.

Als ich zum ersten Mal gehört habe, wie sich hier die Gesangsmelodien dieser zwei so gegensätzlichen Charaktere umschlingen und dabei zu etwas so ergreifend Schönem wurden, bekam ich Gänsehaut. Alles wirkt so unmittelbar und persönlich, so dass sich eigentlich jeder Mensch angesprochen und aufgewühlt fühlen müsste von dieser Musik.

Genauso wichtig ist auf Raising Sand aber das Produktionskonzept und der räumliche, sehr warme Klang, für den T-Bone Burnett völlig verdient einen Grammy bekommen hat.



Jeder gespielte Ton ist wirklich fühlbar — egal ob dieser vom Bass, den Pedalsteel-Gitarren, der Fiedel oder von den Percussion-Instrumenten stammt. ›Please Read The Letter‹ gefällt mir auf Raising Sand wesentlich besser als auf Walking Into Clarksdale. Aber überhaupt kann ich kann mich einfach nicht satthören an diesem wunderschönen Album.«


ROCKS PRÄSENTIERT

DAS AKTUELLE HEFT