Black Sabbath

Geezer Butler über Led Zeppelin

Black Sabbath bringen zu Beginn ihrer gemeinsamen Zeit diverse musikalische Einflüsse mit in den Proberaum. Als gemeinsamer Nenner entpuppt sich der Led Zeppelin-Einstand: Bassist Geezer Butler über sein Lieblingsalbum.

TEXT: DANIEL BÖHM

Bis zur ersten Led Zeppelin standen wir bei Black Sabbath alle auf sehr unterschiedliches Zeug. Tony Iommi zum Beispiel, man glaubt es kaum, hat Hank Marvin und die Shadows verehrt, aber auch Jimi Hendrix, John Mayall und den ganzen Kram, auf den die meisten englischen Gitarristen in den späten Sechzigern eben abgefahren sind. Bei Bill Ward sah es ähnlich aus: Er mochte Keith Moon und Mitch Mitchell, seine größte Inspiration war jedoch ein brillanter Jazz-Drummer namens Gene Krupa. Ozzy liebte die Beatles, ich Frank Zappa, also haben wir uns ständig um den Plattenspieler gezankt. Dem ersten Zeppelin-Album sind wir aber gemeinsam verfallen.



Jimmy Page hat zwar nicht diese Bulldozer-Riffs wie Tony gespielt, hat aber eine Menge Farbe in seinem Spiel. Natürlich ist John Paul Jones ein großartiger Bassist, aber er hat mich gar nicht so sehr begeistert. Ich stand mehr auf Jack Bruce von Cream. Mich hat der gesamte Klang fasziniert, den Led Zeppelin auf dieser Platte fabriziert haben. So etwas Großes hatten wir bis dahin nicht gehört. Das sprang einem förmlich an die Kehle! Dass mit Bonzo und Robert Plant zwei Jungs aus Birmingham zur Band gehörten, die ich sogar aus ihren frühen Tagen kannte, gefiel mir noch mehr.

Es gab nicht wenige Proben von Black Sabbath, bei denen wir nur auf dem Boden herumlagen und zugedröhnt Led Zeppelin gehört haben — so laut es nur irgendwie ging. Als Tony dann mit dem Riff zu ›Paranoid‹ ankam, hatte ich meine Bedenken, weil es so offensichtlich bei ›Communication Breakdown‹ geklaut war. Aber Tony meinte, ich solle die Klappe halten. Der Rest ist Geschichte.


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