Accept

38 Jahre "Balls To The Wall"

Am 10. Dezember 1983 rollt ein Album von der Rampe, das nicht nur musikalisch einiges Aufsehen erregt. Balls To The Wall macht Accept als teutonischer Hybrid aus Judas Priest und AC/DC unsterblich.

TEXT: DANIEL BÖHM

So wegbereitend Restless And Wild auch gewesen sein mag: Im kommerziellen Sinn erfolgreich war das Album nicht. Als Accept im Studio von Dieter Dierks in Eigenregie ihr Folgewerk aufnehmen, tun sie das ohne einen Plattenvertrag — wirklich an der Band interessiert scheint in der Label-Welt seinerzeit niemand.



Am 10. Dezember 1983 veröffentlichen sie schließlich ein Album, das mit der Plattenhülle, dem abgedruckten Foto, das die Band mit nackten Oberkörpern zeigt, und Titeln wie ›London Leather Boys‹ einiges Aufsehen erregt — und prompt als als „Gay Metal“ verunglimpft wird.

Tatsächlich thematisiert Balls To The Wall gesellschaftliche Randgruppen. Allen Missverständnissen und Engstirnigkeiten zum Trotz bündelt dieses Album ihre womöglich beste Lied- und Hymnenkollektion überhaupt, mit der sich Accept als teutonischer Hybrid aus Judas Priest und AC/DC unsterblich machen.



Die Musik wirkt aufgeräumt, hat noch mehr Groove und der Bass stärkeres Gewicht; zudem sind die Gang-Chöre nun laut und unerschütterlich im effizienten Sound verankert. Beliebt waren Accept schon vorher. Erst aber als ihnen dank Balls To The Wall Amerika zu Füßen liegt, werden die exotischen Deutschen auch weltweit als gewichtige Größe akzeptiert und wertgeschätzt.


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