Features
Richie Kotzen: Return Of The Motherhead’s Family Reunion (2007)
Soul, 70er-Hardrock, Funk, Blues: Der begnadete Gitarrist überrascht mit seinem bis dato besten Solo-Album. Die früheren Etappenziele Mr. Big und Poison hat er weit hinter sich gelassen.

Richie Kotzen
Return Of The Motherhead’s Family Reunion
(2007)
So großartig die meisten seiner Solo-Alben auch sind: am besten ist Richie Kotzen immer dann, wenn er mit einer echten Band aus Fleisch und Blut zusammen spielt. Das war so bei Forty Deuce, beim Fusion-Projekt Vertú, bei Mr. Big und auch bei Poison. Und eben auch auf Motherhead’s Family Reunion, jenem legendären Projekt-Album von 1994, das für Richie den großen Umbruch und musikalischen Richtungswechsel bedeutete.
Bis zu diesem Album war Kotzen als blutjunges Gitarrengenie bekannt und gefürchtet — umso größer war die Überraschung, als er sich plötzlich als echter Songschreiber und bemerkenswerter Sänger zu erkennen gab, schwer beeindruckt von echtem Soul, Rock, Funk, Blues und 70er-Hardrock. Diese quicklebendige Mischung hat sich Kotzen auf seinen unzähligen Nachfolgealben immer stärker zu Eigen gemacht und schließlich auf Return Of The Motherhead’s Family Reunion (2007) zur Perfektion gebracht.
Vom Namen dieser Platte sollte man sich nicht in die Irre führen lassen. Die Verbindung zum `94er-Album ähnlichen Titels ist in erster Linie symbolischer Natur; die Band, die hier spielt, ist eine andere. Eine bessere. Eine echte. Schon in der Rhythmusgruppe macht sich dies bemerkbar. Bassist Virgil McCoy und Tourschlagzeuger Franklin Vanderbilt haben dem Gesamtsound erheblich mehr hinzuzufügen als Trommler Atmar Anur oder Kotzen selber, der sich dank Studiotechnik als bekennender Eigenbrödler ansonsten leider viel zu häufig an allen erdenklichen Instrumenten selbst begleitet.
Besonders die Beteiligung von Tastenmann Arlan Schierbaum gerät zum Mega-Clou: das perlende Piano und die Verwendung von Mellotron und Hammond-Orgel bringt genau die Wärme, künstlerische Substanz und Tiefe in den Sound, die Richie Kotzens letzten Alben trotz aller Güte rückblickend immer fehlten.
Return…ist zeitlos schöner Classic-Rock und reich an wunderbaren Songperlen. Das relaxte, achtminütige ›Fooled Again‹ zum Beispiel: soulig, funkig, groovy - und mit hochvirtuosem Gitarrensolo, das man kaum als solches wahrnimmt, weil es den Song so sehr unterstützt und antreibt. Oder ›Bad Things‹ (Black Crowes!), ›Do It To Yourself‹ (Knüller!), ›Faith‹ (Gospel-Chor!) oder das tolle Fusion-Instrumental ›Satellite‹ (leider nur auf dem Japan-Import).
Ein bemerkenswert gutes Album, das endlich die hitzige Fan-Diskussion beendet, ob nun Get Up, What Is, Something To Say oder die erste Motherhead’s das beste, stimmigste und zugänglichste Solo-Album des begnadeten Gitarristen ist. Die Antwort ist eindeutig: dieses hier! (db)
Daniel Böhm
glamster
22.12.2009
10:44 Uhr
Ein wirklich verdammt starkes Album, das ich Richie niemals zugetraut hätte. Hoffentlich hält er auf dem neuen Album das Qualitätslevel… Soll doch jetzt irgendwann erscheinen, oder?
Schnabelrock
23.12.2009
17:17 Uhr
Nein, ich kenne PEACE SIGN schon und es ist ein gutes Album, aber von Return ... ein ganzes Stück entfernt. Auch der Höchstbegabte bringt so eine Platte nur alle 5,6 Jahre mal raus.
Auf PEACE SIGN spielt Kotzen wieder fast alle Instrumente selbst und auch das macht den Unterschied zwischen einem 09/10-Album wie Return und dem neuen (07/10).
Andererseits: Eine Platte wie die aktuelle kriegen die meisten Acts überhaupt nie im Leben hin.
Gruss, Schnabel
glamster
23.12.2009
20:32 Uhr
Nein, ich kenne PEACE SIGN schon und es ist ein gutes Album, aber von Return ... ein ganzes Stück entfernt. Auch der Höchstbegabte bringt so eine Platte nur alle 5,6 Jahre mal raus.
Auf PEACE SIGN spielt Kotzen wieder fast alle Instrumente selbst und auch das macht den Unterschied zwischen einem 09/10-Album wie Return und dem neuen (07/10).
Andererseits: Eine Platte wie die aktuelle kriegen die meisten Acts überhaupt nie im Leben hin.
Gruss, Schnabel
da bin ich mal gespannt. das vorabvideo fand ich ganz gelungen. auf der ROCKS punkteskala würde ich der “Return…” 5/6 geben. vielleicht sollte ich mir einfach mal den japan-import gönnen. schlechtes wirde richie sicher nicht abgeliefert haben. hat er eifentlich noch nie
Marco Frings
25.12.2009
14:02 Uhr
Hade gerade gesehen, dass die neue cd ab dem 30.12 bei Just For Kicks gelistet ist. Das Geld für den Import kannste Dir sparen.
