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Euphorie ohne Grenzen

Feature (14.05.2011, 13:17 Uhr von Peter Engelking) - 5 Kommentare


Mit dem Unfalltod von Sänger Carl Albert 1995 hielt Wechselhaftigkeit Einzug ins Camp der US-Metaller. Seither gleichen ihre Platten vertonten Kinder-Überraschungen. Das jüngste Ei birgt Grund zur Freude.


Die Combo um Geoff Thorpe trägt die Last der Vergangenheit auf ihren Schultern. Schließlich gehören ihre ersten vier Scheiben nach wie vor zum Pflichtprogramm für alle Anhänger des melodischen Power Metal. Spätestens mit dem Unfalltod von Sänger Carl Albert 1995 hielt jedoch Wechselhaftigkeit Einzug ins Camp der Kalifornier. Seither gleichen Platten von Vicious Rumors vertonten Kinder-Überraschungen: Die Vorfreude ist stets da, belohnt wird sie nicht immer. Doch Razorback Killers gehört auf die Seite der guten.

»Wir nehmen den Faden dort wieder auf, wo wir ihn nach Welcome To The Ball fallengelassen haben«, ist sich der Gitarrist sicher. »Unser neuer Sänger Brian Allen ist genau der richtige Mann dafür. In manchen Momenten erinnert mich sein Gesangsstil frappierend an Carl!« Bleibt abzuwarten, wie lange Allen diese Begeisterung seines Chefs genießen kann. Seit Alberts Ableben ist er bereits der fünfte Vokalist bei dem Quintett und trägt die inoffizielle Mitgliedsnummer 30.

»Mit mir ist sicher nicht immer leicht zu arbeiten«, kann sich der 50-jährige Thorpe ein Grinsen nicht verkneifen. »Aber ich bin momentan bester Dinge, dass Brian auch auf unserer nächsten LP zu hören sein wird. Überhaupt kennt meine Euphorie derzeit keine Grenzen. Wir haben ein starkes Album über eine tolle Plattenfirma ins Rennen geschickt, und jede Menge Konzerte stehen auch schon wieder auf dem Plan!«

Einer dieser Gigs auf deutschem Boden sollte zum Gedenken an den verstorbenen Sänger stattfinden. »Unseren Auftritt beim Keep It True-Festival im April haben wir mit Carl Alberts Sohn Kevin am Mikro bestritten! Er half uns dabei, das Andenken an einen der besten Frontmänner des Genres aufrechtzuerhalten.«
(Peter Engelking)


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Vicious Rumors
Razorback Killers
Steamhammer

Gelungenes Comeback der Combo, die bis zum Tod ihres Sängers Carl Albert 1995 die Definition von melodischem US-Power-Metal verkörperte. Angriffsflächen gibt es dennoch. Einen besseren Sound hatte die häufig wechselnde Belegschaft um Chef-Gitarrist Geoff Thorpe seit Welcome To The Ball (1991) nicht mehr. Bessere Melodien aber schon. Deutlich härter als zuletzt, preschen die personell mal wieder umgekrempelten Vicious Rumors (heute singt Brian Allen) zuweilen in Regionen des Power-Thrash vor; manches erinnert etwas an Testament, deren Eric Peterson als Gast zu hören ist. Für Wiedererkennung sorgt Thorpes Klampfe: Seine Riffs und Harmonie-Einsprengsel tönen charakteristisch und klassisch, allerdings auch etwas wenig inspiriert und wie durch den Recycler gejagt. Ob man der Kapelle auf diesem Weg folgen möchte, wird auch davon abhängen, ob Herr Thorpe diesmal in der Lage ist, die hier zu hörenden Musiker länger als nur einen Sommer lang an sich und Original-Schlagzeuger Larry Howe zu binden.
(Daniel Böhm)

5 Kommentare
1
glamster
glamster's avatar
14.05.2011
13:47 Uhr

Die neue Vicious Rumors ist insgesamt schon die beste seit Word of Mouth, wobei alle Alben danach zumindet ein paar richtig gute Songs hatten. Ich finde aber auch dass sie stellenweise etwas gewollt klingt (gerade die Gitarren), die Hymnen von früher höre ich hier nicht mehr. Trotzdem besser als nüscht und besser als vieles andere, was man als Fan im Metal sonst so alles ertragen soll…

2
seventhkey
seventhkey's avatar
16.05.2011
08:58 Uhr

Der Auftritt auf dem KIT im April war gerade wegen Carl Alberts Sohn wirklich herausragend. Der neue Sänger konnte da live nicht mithalten. Stellt sich mir zwangsläufig die Frage, warum man nicht einfach mit Albert junior weiter macht ? wink

3
glamster
glamster's avatar
16.05.2011
10:31 Uhr

die Frage, warum man nicht einfach mit Albert junior weiter macht ?

Und mit Mark McGee an der Gitarre, der mir persönlich als melodische Komponente doch etwas fehlt.  Aber viellicht steigt ja Carls Sohn doch noch ein. Thorpe überwirft sich ja gern emit seinen Sängern im Minutentakt.

4
Gila
24.07.2011
12:40 Uhr

Das Video u. der Song Murderball gefällt mir sehr gut. Auf jeden Fall werde ich zu Vicious Rumors live am 30.8.2011 im Meisenfrei Blues Club, Bremen gehen.

5
Gila
04.09.2011
11:39 Uhr

Habe am Dienstag Vicious Rumors live im Blues Club Bremen erleben dürfen. Es war ein unvergesslicher Abend. Die Musiker gaben ihr Bestes, obwohl das Konzert nicht ausverkauft war, außerdem signierten sie T-Shirts u. CDs und unterhielten sich mit den Fans.

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