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Davy Knowles & Back Door Slam Live
Mit der Schützenhilfe seines Produzenten Peter Frampton rollt der britische Bluesrocker Davy Knowles den US-Markt derzeit von hinten auf. Im Oktober ist er auch in Deutschland unterwegs.

Drei Jahre ist es her, dass ein blutjunges Power-Trio von der Isle of Man mit einer ersten LP aufhorchen ließ. Keiner der Musiker der nach einem Song von Robert Cray benannten Combo Back Door Slam war älter als zwanzig — ihr Handwerk und der Ausdruck ihrer Musik dafür umso beeindruckender.
Personell ist die Gruppe heute eine völlig andere. Der eigentliche Star und das Aushängeschild war seit jeher Davy Knowles; aber erst nach dem Auseinanderbrechen der Debüt-Besetzung im Januar 2009 ist der Sänger, Gitarrist und Songschreiber endgültig in die vorderste Reihe gerückt. Mit seiner neuen Scheibe Coming Up For Air hat er in Amerika, wo sie schon seit vorigem Sommer erhältlich ist, einigen Staub aufgewirbelt. Es ist ein überwältigend gutes Album und Zeugnis der erstaunlichen Entwicklung des 23-Jährigen, der vor allem gesanglich stark gereift ist. Es ist die Platte, die Jeff Healey leider niemals hat aufnehmen können, mit allerhand Zwischentönen, die eine innige Liebe zum Lebenswerk Rory Gallaghers offenlegen.
Peter Frampton, der Knowles im Studio als Produzent, Mentor und zeitweise auch als Musiker und Komponist beim Weiterkommen half, mag eine Erklärung für die Veränderungen sein. Der junge Gitarrist hat noch eine zweite. »Die letzten 24 Monate war ich ununterbrochen auf Tournee. Diese Erfahrung hatte mir gefehlt, als Roll Away entstand. In dieser Zeit habe ich nicht bloß mit vielen tollen Musikern gespielt, sondern ich habe überhaupt einen ganz andern Bezug zu Musik, zum Leben und der Welt bekommen. Ich bin nicht nur ein besserer Musiker geworden, sondern auch als Mensch erfahrener.«
Ein solches Vorankommen sei in der alten Besetzung von Back Door Slam zuletzt nicht mehr möglich gewesen, erklärt Knowles die Trennung von seinen früheren Mitstreitern Ross Doyle und Adam Jones. »Der Antrieb war weg, uns selber zu fordern, weiterzuentwickeln und besser zu werden. Damit schienen wir uns abgefunden zu haben. Eine ziemlich beängstigende Perspektive für eine so junge Band. Ich musste da raus. Vielleicht lasse ich den Namen Back Door Slam irgendwann einfach weg, mal sehen. Jetzt hätte das aber bedeutet, die Früchte jeder Menge harter Tourneearbeit wegzuschmeißen. Das wollte ich auch nicht.«
Für die Aufnahmen, die Knowles für eine US-Reise als Support von Jeff Beck unterbrach, hat Frampton prominente Unterstützung ins Studio gelotst. Unter anderem sind auf Coming Up For Air Bassist Kevin McCormick und Schlagzeuger Mauricio Fritz Lewak von Jackson Brownes Kapelle zu hören. Auch Benmont Tench, Keyboarder und Gründungsmitglied von Tom Petty & The Heartbreakers, hat sich verewigt. Und natürlich Frampton selbst.
»Ein total liebenswürdiger Typ«, schwärmt Knowles. »Wir haben uns mehrfach getroffen, um gemeinsam ein paar Songs zu schreiben. Das war ausgesprochen angenehmes Arbeiten. Nicht anders bei den Aufnahmen im Studio. Wir hatten die gleiche Vorstellung davon, wie die Lieder klingen sollten. Es gab nicht eine Meinungsverschiedenheit. Ich habe schon mit vielen großartigen Gitarristen auf der Bühne stehen dürfen. Aber Peter direkt vor mir spielen zu sehen, hat meine Sicht auf die Gitarre als Instrument komplett auf den Kopf gestellt. Was für ein einzigartiger, melodischer und so verdammt unterbewerteter Gitarrist!«
ROCKS präsentiert:
Davy Knowles & Back Door Slam Live in Deutschland
24.10. Berlin - Frannz Club
25.10. Köln - Luxor
26.10. München - Ampere
